Eklat in AfD: Ex-Landrat verlässt die Partei

Erfurt. Seit Donnerstag ist der thüringische Verband der "Alternative für Deutschland" (AfD) um ein Dutzend Mitglieder kleiner. Dies ist aus zwei Gründen eine Nachricht. Erstens besitzt die Landespartei gerade einmal um die 340 Mitglieder. Und zweitens heißt einer der Ausgetretenen Sieghardt Rydzewski. Der Mann war einst Sozialdemokrat und Landrat im Altenburger Land: Mit ihm hätte man bei den Kommunalwahlen im Mai punkten können.

Sieghardt Rydzewski trat aus der AfD aus. Foto: Tino Zippel

Sieghardt Rydzewski trat aus der AfD aus. Foto: Tino Zippel

Foto: zgt

Doch damit war es schon vor dem Austritt vorbei. Rydzewski hatte sich mit Landeschef Matthias Wohlfahrt einen monatelangen Machtkampf geliefert. Nach einem Eklat auf dem letzten Landesparteitag wurde der gesamte Altenburger Kreisvorstand unter Führung des Ex-Landrats suspendiert. Noch bevor das Schiedsgericht entscheiden konnte, kamen die Betroffenen dem Votum zuvor - nicht ohne nochmals in einem Schreiben vor der Wahl der AfD "ausdrücklich" zu warnen. Die Partei, heißt es in dem Schreiben, besitze eine "diktatorische Führung", "sektenähnliche Strukturen" und strotze vor Inkompetenz - und sei somit "keine Alternative für Thüringen".

Die Landespartei, die in dem Jahr ihrer Existenz mehrere Vorsitzende und einen gesamten Vorstand verschliss, hat noch in mindestens drei anderen ihrer zehn Kreisverbände Kritiker der Landesspitze sitzen. Dennoch rechnet Wohlfahrts Co-Chef Björn Höcke nicht damit, dass noch viele Mitglieder dem Beispiel Rydzewskis folgen.

So "bedauerlich" der Austritt der "teilweise guten Leute" auch sei, so sehr könne er auch zur Beruhigung in der Partei führen, sagte gestern der Spitzenkandidat für die Landtagswahl.

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