Erweiterung der Maskenpflicht geplant – Thüringer Eindämmungskonzept wird angepasst

Erfurt.  In den Debatten über verschärfte Corona-Regeln erteilt Thüringen dem Söder-Vorschlag, Länderkompetenzen an den Bund abzugeben, eine Abfuhr.

Das Thüringer Eindämmungskonzept wird laut Gesundheitsministerium in den nächsten Tagen so angepasst, dass die Erweiterung der Maskenpflicht entsprechend des MPK-Beschlusses in Hotspots zur verbindlichen Maßnahme wird (Symbolbild).

Das Thüringer Eindämmungskonzept wird laut Gesundheitsministerium in den nächsten Tagen so angepasst, dass die Erweiterung der Maskenpflicht entsprechend des MPK-Beschlusses in Hotspots zur verbindlichen Maßnahme wird (Symbolbild).

Foto: Hauke-Christian Dittrich / dpa

Thüringen pocht bei den Debatten über verschärfte Corona-Regeln auf die Beschlüsse zwischen Ländern und Kanzlerin. Dazu gehöre auch eine mögliche Erweiterung der Maskenpflicht, sagte Frank Schenker, Sprecher des Gesundheitsministeriums. Alle aktuellen Entwicklungen im kostenlosen Corona-Liveblog

„Das Thüringer Eindämmungskonzept sieht bei einem Überschreiten der Sieben-Tage-Inzidenz von 50 eine Ausweitung der Pflicht zum Tragen eine Mund-Nasen-Bedeckung auf weitere Bereiche des öffentlichen Lebens als mögliche Maßnahme vor. Das Eindämmungskonzept wird in den nächsten Tagen so angepasst, dass die Erweiterung der Maskenpflicht entsprechend des MPK-Beschlusses in Hotspots zur verbindlichen Maßnahme wird“, sagte er. Vom Vorschlag Markus Söders (CSU), Länderkompetenzen an den Bund zu übertragen, halte man nichts. „Der geeignete Weg ist nicht die Verschiebung von Kompetenzen, sondern das Einhalten gemeinsam getroffener Beschlüsse“, so Schenker.

Thüringen prüft mögliche Einführung von Sperrstunden

Auch Gesundheitsministerin Heike Werner (Die Linke) hatte sich jüngst für Sperrstunden ausgesprochen, wenn Grenzwerte überschritten würden. Wichtig für die Akzeptanz von Anti-Corona-Maßnahmen seien bundeseinheitliche Regelungen. „Deshalb prüft Thüringen die mögliche Einführung von Sperrstunden-Regelungen in Corona-Hotspots, wie sie im MPK-Beschluss vorgesehen ist. Die aktuelle Rechtsprechung wird dabei selbstverständlich berücksichtigt“, sagte Schenker.

Zustimmung kommt für den Vorschlag von Bundeskanzlerin Angela Merkel, möglichst auf Reisen zu verzichten. „Jeder kann einen Beitrag zu leisten, um das Infektionsgeschehen wieder unter Kontrolle zu bekommen. Wenn eine Reise problemlos verschoben werden kann, sollte sie verschoben werden. Können Reisen nicht verschoben werden, sollte konsequent darauf geachtet werden, das Infektionsrisiko so gering wie möglich zu halten“, so Schenker.

Landesärztekammer: „Keine Gegenreaktion provozieren“

An die Verantwortung aller bei Hygiene, Reisen oder Feiern appelliert auch die Landesärztekammer. „Ungeachtet dessen hielte ich es allerdings auch für sinnvoll, das Konzert der Negativinformationen – keine Feiern, keine Freunde, keine Familie, kein Weihnachten mit denselben – etwas zu zügeln, um nicht am Ende eine Gegenreaktion zu provozieren. Aus meiner Sicht sind wir bis vor Kurzem auch deshalb so gut durch die Pandemie gekommen, weil man es immer wieder geschafft hat, plausibel, transparent und wissenschaftlich begründet zu argumentieren“, sagte Kammerpräsidentin Ellen Lundershausen.

Laut Mathias Pletz, Chef-Infektiologe am Jener Uni-Klinikum gibt es neben mehr auch durch eine Zunahme von Tests bestimmten Neuinfektionen ebenfalls einen erneuten Anstieg der COVID-19-Patienten, die auf Intensivstation behandelt werden müssen. „Es gibt bereits Landkreise in Baden-Württemberg, wo jeder vierte Patient auf der Intensivstation wegen einer Covid-19-Infektion behandelt werden muss. Das sollten wir sehr ernst nehmen, denn die Erkältungssaison hat gerade erst begonnen und es liegen noch etwa 6 Monate vor uns“, sagte Pletz.