Thüringer FDP-Basis ist wegen Kemmerich gespalten

Erfurt.  Die FDP-Basis spaltet sich – in Kemmerich-Unterstützer und Kemmerich-Gegner. Der Landesvorsitzende selbst reagiert darauf bisher nicht.

Die Uhr tickt: Thomas Kemmerich will im November erneut Landesvorsitzender der Thüringer FDP werden. An der Basis formieren sich derzeit zwei Lager.

Die Uhr tickt: Thomas Kemmerich will im November erneut Landesvorsitzender der Thüringer FDP werden. An der Basis formieren sich derzeit zwei Lager.

Foto: Foto: Sascha Fromm

Vor dem Landesparteitag der Thüringer FDP im November ist der Verband im andauernden Streit um den Landesvorsitzenden Thomas L. Kemmerich in zwei Lager gespalten. Der Kreisverband Eichsfeld und der Kreisverband Nordhausen haben dem Landeschef das Vertrauen entzogen, nachdem sich zuvor schon die Kreisverbände Weimar und Gotha gegen ihn gestellt haben. Zeitgleich stellte sich der drittgrößte Kreisverband Schmalkalden-Meiningen an die Seite des Landeschefs. Unterstützung für Kemmerich hatten zuvor bereits der Jenaer Verband sowie der Kreisverband Ilm-Kreis signalisiert.

Seit Kemmerich-Tweet tobt an der Basis ein Streit

Kemmerich hatte in der vergangenen Woche erneut Diskussionen ausgelöst, nachdem er auf Twitter erklärt hatte, dass nicht die Annahme seiner unter anderem mit AfD-Stimmen zustande gekommenen Wahl zum Ministerpräsidenten ein Fehler gewesen sei, sondern der Umgang der demokratischen Parteien mit der Situation. Seither tobt an der Basis ein Streit.

Kemmerich will beim Landesparteitag erneut als Vorsitzender kandidieren. Mit dem Weimarer Kreischef Hagen Hultzsch hat er einen Gegenkandidaten.

Kemmerich fehle der nötige Weitblick für die Situation

„Thomas Kemmerich fehlt der nötige Weitblick für die Situation, in der die Thüringer FDP steckt“, sagte Matthias Bollwahn, stellvertretender Kreisvorsitzender im Eichsfeld. Der Kreisvorstand habe mit acht von neun Stimmen den Beschluss gefasst, Kemmerich aufzufordern, nicht erneut zu kandidieren.

Ähnlich kritisch äußerte sich der Nordhäuser Kreisvorsitzende Peter Rossberg. „Wir sind der Meinung, er sollte gar nicht erst erneut ins Rennen gehen um den Landesvorsitz“, sagte der Anwalt auf Anfrage. Dazu gebe es auch einen Kreisvorstandsbeschluss. Die Stimmung in seinem Kreisverband beschreibt Rossberg so: 95 Prozent der Mitglieder würden den Vorstandsbeschluss mittragen.

Kemmerich beantwortete keine Anfrage dieser Zeitung

Anders beim drittgrößten Kreisverband in Schmalkalden-Meiningen. Dort macht der Kreisvorsitzende Gerald Ulrich auf Anfrage klar: „Der Kreisverband stellt sich geschlossen hinter die Kandidatur von Thomas Kemmerich als Landesvorsitzenden.“ Ulrich ist auch stellvertretender Landesvorsitzender und Bundestagsabgeordneter und war am Donnerstagabend als Kreischef wieder gewählt worden – einer der ersten Gratulanten: Thomas Kemmerich. Der beantwortete aber auch am Freitag keine Anfrage dieser Zeitung zur Kritik an seiner Person.