Flüchtlinge beklagen Zustände in Nordhäuser Unterkunft

Nordhausen  Rund 50 erzürnte junge Syrer zogen am Montagnachmittag vor das Nordhäuser Landratsamt. Sie äußerten ihren Unmut über die Bedingungen in der Gemeinschaftsunterkunft in einem Gebäude vom Bildungswerk Bau in Nordhausen.

Rund 50 Flüchtlinge begehrten am Montag, im Landratsamt Gehör zu finden. Foto: Kristin Müller

Rund 50 Flüchtlinge begehrten am Montag, im Landratsamt Gehör zu finden. Foto: Kristin Müller

Foto: zgt

„Es gibt nur kaltes Wasser, damit kann man sich doch nicht waschen“, beklagt Yusuf Dadoue. Das Essen sei „nicht gut“. Andere kritisieren die hygienischen Zustände in den Sanitärräumen und die Tatsache, dass etwa 80 Männer in dem Haus untergebracht sind. Dies sei zu viel, es käme zu Auseinandersetzungen. Nicht zuletzt komme das Landratsamt seinem Versprechen nicht nach, die Männer nach kurzer Zeit in Wohnungen wechseln zu lassen.

Landrats-Beigeordnete Jutta Krauth (SPD) konnte die Kritik nicht nachvollziehen: „Es läuft alles korrekt“, erklärte sie gegenüber unserer Zeitung. Täglich reinige die Service-Gesellschaft die Gemeinschaftsunterkunft, die für bis zu 150 Menschen zugelassen sei. Das Haus hätte gar nicht bezogen werden dürfen, hätte das Gesundheitsamt die Wasserproben beanstandet. „Und natürlich gibt es warmes Wasser, auch ist geheizt“, so Krauth. Man wende „erkleckliche Mittel“ auf für eine ordentliche Unterbringung der Flüchtlinge auf, erinnerte sie.

Sie warb um Verständnis dafür, dass nicht alle Flüchtlinge sofort dezentral untergebracht werden können: Sobald Wohnraum zur Verfügung steht, könnten die Flüchtlinge aus den Gemeinschaftsunterkünften dorthin. Priorität allerdings hätten Familien: „Je jünger die Kinder, desto rascher muss es gehen.“

Dass die vorsprechenden Flüchtlinge mit dem Essen unzufrieden sind, verwunderte sie nicht: „Bei einer Gemeinschaftsverpflegung liegt das in der Natur der Sache. Eine Selbstverpflegung ist bei 100 Leuten nicht möglich.“ Die Johanniter als Betreiber der Unterkunft würden gut arbeiten.