Funke: Problem liegt in Krankenhaus-Leitung

Heiligenstadt. Ich lege mein Mandat als Aufsichtsratsmitglied des Eichsfeld-Klinikums nieder, weil ich mich nicht mehr gehindert fühlen möchte in meiner Tätigkeit als Rechtsanwalt. Das sagte gestern SPD-Fraktionschef Heinz Funke im Kreistag. Und sprach von mehreren anstehenden Gerichtsverfahren

Heiligenstadt. "Ich lege mein Mandat als Aufsichtsratsmitglied des Eichsfeld-Klinikums nieder, weil ich mich nicht mehr gehindert fühlen möchte in meiner Tätigkeit als Rechtsanwalt." Das sagte gestern SPD-Fraktionschef Heinz Funke im Kreistag. Und sprach von mehreren anstehenden Gerichtsverfahren wegen der Arbeitsbedingungen insbesondere im Caritativen Pflegedienst, einer Tochter des Eichsfeld-Klinikums. Offenbar wird er hier als Anwalt auftreten. Funke erneuerte seine Kritik an der Klinikleitung. Nicht die Mitarbeiterschaft, sondern die Führung sei das Problem. Daher sollten die Gesellschafter nach seiner Meinung mehr Einfluss nehmen. Es handelt sich um zwei Stiftungen in Heiligenstadt und Worbis sowie um den Landkreis, der wie die anderen ein Drittel Anteil am Krankenhaus hält.

"Im Rückblick wünschte ich mir, dass die Klinik ebenfalls zu 100 Prozent dem Landkreis gehört", zog Funke Bilanz einer dreijährigen Zeit im Aufsichtsrat. Immer wieder hatte der Heiligenstädter Missstände angeprangert. Landrat Werner Henning (CDU) bestätigte, dass es mit einer 51-prozentigen Beteiligung sicher größere Chancen für den Landkreis gäbe, Einfluss zu nehmen.

Den leer gewordenen Stuhl im Aufsichtsrat nimmt nun Franz-Josef Strathausen (SPD) aus Heiligenstadt ein. Aus dem Kreistag ist außerdem schon länger Erwin Hunold (CDU) in dem Kontrollgremium.

Strathausen übernahm nach Informationen unserer Zeitung außerdem als Heiligenstädter Stadtrat den vakanten Posten im Aufsichtsrat der Kommunalen Wohnungsgesellschaft Obereichsfeld. Die Bürgerinitiative "Menschen für Heiligenstadt" entsendet Marcel Bode.

Der Kreistag beschäftigte sich zudem mit dem verlustreichen Jahr für die Kulturbetriebe. 1,1 Millionen Euro lagen Musikschule und Kulturhaus im Minus – die Musikschule mit 887 000 Euro, das Kulturhaus mit 194 000 Euro. Der Verlust wird aus der Rücklage gedeckt. Doch für nächste Zeit mahnte Thomas Heddergott (CDU), Mitglied im Werksausschuss der Kulturbetriebe, an, die Ausgaben zu senken und Einnahmen zu erhöhen. Nur Zuschüssen der Kreissparkasse ist es zu verdanken, dass die Verluste nicht noch höher ausfallen.

Insgesamt seien die Ausgaben der Kreisverwaltung aber im grünen Bereich, äußerte sich Vize-Landrätin Martina Gatzemeier (CDU). Nachsteuern müsse man wegen der Tariferhöhungen für das Personal.

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