GEW fürchtet Stillstand bei Schulentscheidungen

Erfurt.  Wegen der Regierungskrise in Thüringen fürchtet die Bildungsgewerkschaft GEW, dass wichtige Entscheidungen für Schulen verzögert werden könnten.

Wegen der Regierungskrise fürchtet die GEW eine Verzögerung wichtiger Entscheidungen für Bildungsfragen.

Wegen der Regierungskrise fürchtet die GEW eine Verzögerung wichtiger Entscheidungen für Bildungsfragen.

Foto: Monika Skolimowska / dpa

Lehrermangel, Unterrichtsausfall, die Zukunft kleiner Schulen: Der ausgehandelte Fahrplan für Neuwahlen wird für Schulen dringend nötige Antworten auf die Herausforderungen verzögern, befürchtet die Bildungsgewerkschaft GEW und plädiert für schnelle Neuwahlen. Um die auf den Weg gebrachten Lösungen weiterzuführen, brauche Thüringen stabile Regierungsmehrheiten über eine gesamte Legislaturperiode und keine „mittelfristig“ angelegte sogenannte Expertenregierung mit jederzeitigem Kündigungsrecht. Bereits jetzt würden bei dringend anstehenden Entscheidungen wie die Angleichung der Gehälter für Grundschullehrer Stillstand herrschen, kritisiert die GEW. Das gelte auch für die Anhebung der Beschäftigungszeiten von Horterziehern, die derzeit nur maximal 65 Prozent betragen. Das würde nicht nur den Kollegen eine Anstellung ermöglichen, von der sie auch ihren Lebensunterhalt bestreiten können. Es würde in Schulen pädagogische Potenziale freisetzen, die aktuell brach liegen. Angesichts der aktuell mehr als 1000 langzeiterkrankten Lehrern müsse auch dringend über die Reduzierung der Unterrichtsverpflichtung gesprochen werden, so die Gewerkschaft.

Auch Thüringens Lehrerverband (tlv) sieht die Gefahr, dass die Bildungspolitik um Monate zurückgeworfen wird. Als Beispiel nannte tlv-Vizechef Frank Fritze Stellen für die vom Verband angemahnten multiprofessionellen Teams an den Schulen und die nötige Aufstockung von Weiterbildungsangeboten für Quereinsteiger.

Die Kollegen erwarten, dass die demokratischen Abgeordneten bei allen Konstellationen in Bildungsfragen ideologiefrei zusammenarbeiten. „Wir haben keine Zeit zu verlieren“, so Fritze.

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