Göring-Eckardt über den Vorschlag Flüchtlinge privat aufzunehmen

Erfurt. Die Thüringer Allgemeine hat mit Katrin Göring-Eckardt über ihren Vorschlag, dass mit freiem Wohnraum privat Flüchtlinge aufnehmen sollen, gesprochen.

Katrin Göhring-Eckardt über Reaktionen zu ihrem Vorschlag. Archivfoto: Alexander Volkmann

Katrin Göhring-Eckardt über Reaktionen zu ihrem Vorschlag. Archivfoto: Alexander Volkmann

Foto: zgt

Frau Göring-Eckardt, Sie haben vorgeschlagen. dass Bürger mit freiem Wohnraum privat Flüchtlinge aufnehmen. Sind Sie Ihrem eigenen Vorschlag selbst gefolgt?

Ich habe vorgeschlagen, dass, wer den Platz und die Zeit hat, eine freie Wohnung, eine leerstehende Einlieger- oder Ferienwohnung, freiwillig zur Verfügung stellen kann. Mir selbst ist das leider nicht möglich, da ich ‎das nicht habe und es fehlt die Zeit zur Betreuung. Flüchtlinge brauchen Hilfe bei Ämtergängen und bei der Sprachvermittlung. Aber es gibt viele Möglichkeiten, Flüchtlingen direkt zu helfen und willkommen zu heißen, beispielsweise durch Geld oder Sachspenden.

Da geht es Ihnen wie der Mehrzahl der Menschen. Haben Sie aber schon auf anderer Weise die Flüchtlinge persönlich unterstützt?

Am Donnerstag war ich in Erfurt in einem Drogeriemarkt, um Menschen in der Notunterkunft in der Messe etwas mitzubringen. Offensichtlich hatte ich nicht alleine den Gedanken. Denn manche Fächer mit den Dingen, die besonders gebraucht werden, waren fast leer. Zum Glück gab es noch genug Einwegrasierer und Feuchttücher.

Haben Sie persönlich schon ein Echo auf Ihren Vorschlag erfahren oder nur Hass-Mails?

Der Vorschlag ist populär geworden. Viele Menschen schreiben uns an und wollen sich einbringen. Andere haben das Gefühl, man wolle ihnen etwas wegnehmen. Wieso? Es geht - soweit es möglich ist - um ein freiwilliges Engagement, das uns allen zu Gute kommen wird. Und übrigens: Die Kommunen übernehmen auch die Miete. Und auf der Internetseite der Staatskanzlei kann man freien Wohnraum melden.

Meinung: Virtueller Hass wird real

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