Gothaer Stadtrat vertagt sich auf den Faschingssamstag

Mitten im Faschingstreiben wird der Gothaer Stadtrat seine Beratungen zum Einkaufszentrum "Altstadtgalerie" fortsetzen.

26 Masterstudenten des Instituts für europäische Urbanistik an der Uni Weimar haben in einer Gemeinschaftsarbeit Vor- und Nachteile eines Einkaufszentrums für Gotha sondiert. Foto: Wieland Fischer

26 Masterstudenten des Instituts für europäische Urbanistik an der Uni Weimar haben in einer Gemeinschaftsarbeit Vor- und Nachteile eines Einkaufszentrums für Gotha sondiert. Foto: Wieland Fischer

Foto: zgt

Gotha. Nachdem auf der turnusmäßigen Sitzung am 30. Januar schätzungsweise die knappe Hälfte der eingegangenen Abwägungen beraten und beschlossen wurde, soll nun am 9. Februar ab 9 Uhr morgens der Rest der umfangreichen Beschlussvorlage behandelt werden. Veranschlagt dafür sind noch einmal rund drei bis vier Stunden.

Am Mittwoch hatte der Stadtrat bis kurz vor 22 Uhr getagt, dabei allerdings einen nicht unwesentlichen Teil der Zeit für das Prozedere benötigt. Ging es anfangs zunächst um die Sitzungsdauer und die Reihung der Tagesordnungspunkte (wir berichteten), rang man später eine gute Dreiviertelstunde um Art und Weise der Abstimmung.

Letztlich folgte man dem Vorschlag des Stadtratsvorsitzenden Martin Heinze (CDU), all jene Punkte, die in den Ausschüssen ohnehin das Prädikat "Dem Belang wird entsprochen" erhalten hatten, nur schlagwortartig zu verlesen und allein die strittigen Themen zu diskutieren.

Dennoch stand damit unverändert ein Marathon mit rund 400 Einzelpunkten an. Er zog sich von der "Eingangbestätigung beim Landratsamt" bis hin zu einer Abwägung aus der Planwerkstatt. "Verbot einer Werbepylone an der Gartenstraße" hieß der letzte an diesem Abend behandelte Einwand.

Emotionale Debatte bis kurz vor 22 Uhr

Dazwischen standen andere Fragen im Raum: Die Begrünung des Gleisbettes der Thüringerwaldbahn etwa oder der mögliche Rückstau in der Gartenstraße durch die zusätzlich zu bauenden Fußgängerüberwege zwischen Einkaufscenter und Altstadt.

Die Hundertschaft der eingebrachten Abwägungen bot in der emotionalen Debatte auf alle Fälle jederzeit ausreichenden Raum für tatsächliche und für vorgeschobene Missverständnisse, für wesentliche und für unwesentliche Nachfragen, für sachliche und für weniger sachliche Zwischenrufe.

Immerhin behielt Heinze die Ruhe und navigierte die Sitzung mit Übersicht und Timing durch alle Untiefen.

Übrigens: Um die Kollision mit dem Karneval und all seinen Verpflichtungen zu vermeiden, stand als Sitzungstermin zunächst der 16. Februar im Raum. Doch da beginnen in Thüringen die Winterferien. Ging also nicht. Schließlich will möglichst jeder dabei sein, wenn des Gothaers liebstes Streitobjekt verhandelt wird. Das ist die eine, die dienstliche Sichtweise auf die aus diesem Grund auf den 9. Februar vorgezogene Sitzung.

Die andere, durchaus menschliche: Der Ruf von Ski und Rodel ist immer noch stärker als die stärkste kommunale Debatte. Da kann sie einem noch so sehr am Herzen liegen.