Großes „Fest der Vielen“ am 1. Mai in Erfurt geplant

Erfurt  Der Deutsche Gewerkschaftsbund und mehr als 70 Bündnispartner organisieren für den 1. Mai eine Kundgebung mit Feier in Erfurt.

Sandro Witt vom DGB und Katja Maurer stehen vor 140.000 Zeitungen, die in den kommenden Wochen verteilt werden.

Sandro Witt vom DGB und Katja Maurer stehen vor 140.000 Zeitungen, die in den kommenden Wochen verteilt werden.

Foto: Anja Derowski

Ein neues Bündnis hat sich in Thüringens Landeshauptstadt gegründet: „Zusammenstehen – vielfältig solidarisch“. Es besteht aus mittlerweile 73 Bündnispartnern wie Gewerkschaften und Organisationen aus Stadtgesellschaft, Zivilgesellschaft, Kirchen, Parteien, politischen Initiativen, Kultur und Betrieben.

Sie alle veranstalten am 1. Mai nicht nur die traditionelle Mai-Demonstration, sondern auch ein großes „Fest der Vielen“ im Beethovenpark. Zwar gebe es derzeit noch Unstimmigkeiten mit der Stadtverwaltung über diesen Veranstaltungsort, erzählt Sandro Witt vom DGB Hessen-Thüringen. Aber er sei zuversichtlich. „Wir wollen in den Beethovenpark!“

Auch die AfD hat nach Aussage der Rathauspressestelle eine Demonstration angemeldet, insgesamt liegen sechs Demonstrationsanmeldungen für den 1. Mai beim Bürgeramt vor. „Uns interessiert die AfD überhaupt nicht. Das ist unser 1. Mai“, betont Sandro Witt.

Dass sich Jugendverbände und Gewerkschaft zusammentun, ist relativ neu. Was sie eint, ist „der Bock auf eine vielfältige bunte Gesellschaft“, sagt Katja Maurer vom Bündnis „Zusammenstehen – vielfältig solidarisch!“ Es habe, ergänzt Sandro Witt, nicht immer einen Jugendblock beim 1. Mai gegeben. Das soll sich nun ändern. Das Bündnis geht weit über Erfurts Grenzen hinaus. Und so ist auch der Plan: Zur Kundgebung und zum Fest werden auch Besucher aus anderen Bundesländern erwartet. „Einen kulturellen Knaller“, wie Sandro Witt sagt, werde es auch geben. Doch Namen nennen will er noch keine. Der Inhalt stehe im Vordergrund, nicht ein Konzert.

Zahlreiche Veranstaltungen im Vorfeld geplant

Am 1. Mai, so ist es das Ziel der Veranstalter, solle in Erfurt ein kraftvolles und deutliches Zeichen für Demokratie und Solidarität, gegen soziale Spaltung und Rassismus gesetzt werden. Zur Mobilisierung im Vorfeld gibt es eine Zeitung, die mit einer Auflage von 140.000 Exemplaren verteilt werden soll – alles ehrenamtlich. Finanziert wurde sie rein über Spendengelder, „keine staatlichen Mittel oder Fördergelder“, sagt Katja Maurer.

Ebenso sind zahlreiche Veranstaltungen im Vorfeld des 1. Mai geplant, die sich mit aktuellen Themen der Arbeitswelt, Gesellschaft, Kultur und Politik beschäftigen. Unter anderem wird es eine Buchlesung zum Buch #Unteilbar, ein Demonstrationstraining, einen Stammtischkämpfer-Workshop, ein Soli-Konzert, verschiedene Podiumsdiskussionen, ein Kneipenquiz, einen Filmabend und einen Mahngang am Vorabend des 1. Mai geben.

In einem Statement des Bündnisses heißt es: „Die Mehrheit der Menschen im Land will eine solidarische Gesellschaft für alle.“ Der 1. Mai werde eine Versammlung unterschiedlicher Menschen, deren Gemeinsamkeit solidarische Antworten auf soziale Fragen sind; Antworten, die für alle gelten, im Interesse der Vielfalt. „Damit knüpfen wir an die Tradition des 1. Mai an, wie er durch den DGB und seine Einzelgewerkschaften in jedem Jahr seit seiner Ausrufung begangen wurde.“

Details zum 1. Mai in Erfurt unter www.zusammenstehen.eu