Grüne wollen Schwerpunkt der Corona-Lockerungen bei Familien setzen

Erfurt.  Nach Ansicht der Thüringer Grünen sollten vor allem Familien von Lockerungen der Corona-Maßnahmen profitieren. CDU-Fraktionschef Voigt sieht dagegen neue Chancen im Tourismus.

Die Thüringer Grünen-Fraktion warnt vor falschen Prioritäten bei den Corona-Lockerungen. Nach ihrer Ansicht sollten vor allem Familien und Kinder profitieren (Symbolbild).

Die Thüringer Grünen-Fraktion warnt vor falschen Prioritäten bei den Corona-Lockerungen. Nach ihrer Ansicht sollten vor allem Familien und Kinder profitieren (Symbolbild).

Foto: Emilio Morenatti / dpa

Die Thüringer Grünen-Fraktion warnt angesichts der Pläne, Gaststätten und Hotels in Thüringen bald wieder zu öffnen, vor falschen Prioritäten bei den Corona-Lockerungen. „Sicher beschäftigt auch viele die Frage nach dem nächsten Urlaub und die Zukunft der Tourismusbranche“, sagte die Grüne-Fraktionsvorsitzende Astrid Rothe-Beinlich der Deutschen Presse-Agentur. „Ich sehe den Schwerpunkt allerdings derzeit erst einmal bei den Familien und da insbesondere bei den Kindern.“ Rothe-Beinlich begrüßte es, dass Spielplätze nun wieder geöffnet werden sollen.

Zuvor hatte das Kabinett beschlossen, den Besuch von Spielplätzen sowie bestimmte Individualsportarten im Freien unter Auflagen wieder zu erlauben. Auch sollen wieder alle Geschäfte öffnen dürfen – ohne ihre Verkaufsfläche beschränken zu müssen.

Fahrschulen sollen zumindest für Moped-, Motorrad- und Quadführerscheine wieder Unterricht anbieten können; sowohl theoretischen als auch praktischen.

Auch sogenannte körpernahe Dienstleistungen wie Kosmetik, Fuß- und Nagelpflege sollen ab Montag wieder möglich sein – unter strengen Schutzmaßnahmen. Musik- und Kunstjugendschulen können nach dem Kabinettsbeschluss ab Montag wieder Einzelunterricht und das Lernen in Kleinstgruppen anbieten.

CDU-Fraktionsvorsitzender Voigt: „Osten muss in der Krise Vorreiter sein“

Der Thüringer CDU-Fraktionsvorsitzende Mario Voigt sprach sich dafür aus, regionale Unterschiede in Deutschland bei den Corona-Lockerungen aktiv zu nutzen. „Der Osten muss in der Krise Vorreiter sein“, sagte er der Deutschen Presse-Agentur. Die niedrigen Infektionsraten in den ostdeutschen Bundesländern könnten seiner Meinung nach zu einem Standortvorteil für diese Regionen werden. „Thüringen sollte seine regionale Chance nutzen, mit Lockerungen voranzugehen – auch und gerade in der Gastronomie und im Tourismus.“