Hausbesetzer demonstrierten für selbstverwaltetes Zentrum

Das Polizeiaufgebot in Erfurt am Samstag war massiv, der Sonnenschein einladend für eine Demonstration. Und so forderten 500 Aktivisten "selbstverwaltete Zentren erkämpfen".

Ein Jahr nach der Räumung des besetzten Hauses forderten rund 500 Demonstranten ein autonomes Jugendzentrum. Foto: Kai Mudra

Ein Jahr nach der Räumung des besetzten Hauses forderten rund 500 Demonstranten ein autonomes Jugendzentrum. Foto: Kai Mudra

Foto: zgt

Inhalt 
ARTIKEL AUF EINER SEITE LESEN >

Erfurt. Das Motto klang martialisch: "Hände hoch, Haus her. Für ein selbstverwaltetes Zentrum in Erfurt". Mit dieser Losung machten sich gut 500 zumeist junge Demonstranten Samstagnachmittag auf den Weg durch die Erfurter Innenstadt. Sie protestierten noch einmal gegen die Räumung des besetzten Hauses vor einem Jahr auf dem Areal an der Weimarer Straße.

Vor allem aber forderten sie ein autonomes Jugendzentrum. Die zumeist aus dem linken Spektrum stammenden Jugendlichen machten keinen Hehl daraus, dafür auch weitere Hausbesetzungen als legitimes Mittel anwenden zu wollen.

Trotz des für manche provokant erscheinenden Auftretens der Demonstranten blieb die Veranstaltung friedlich. Laut Polizei hatte es zwei vorläufige Festnahmen gegeben. In einem Fall sei gegen das Vermummungsverbot verstoßen worden, in einem zweiten Fall wurde ein Polizist verletzt, sagte ein Polizeisprecher. Nach seinen Angaben wurden Polizisten von gewaltbereiten Demonstranten mit Flaschen beworfen. Luise Käfer, Sprecherin der Hausbesetzer, hatte der Polizei übertriebene Härte vorgeworfen, für die es "keinen ersichtlichen Grund"“ gab. Dabei wären auch Demonstranten verletzt worden. Die Polizei wies diese Darstellung zurück. Wegen befürchteter Krawalle hatte ein massives Aufgebot die Demonstration und die Erfurter Innenstadt gesichert. Die Thüringer Beamten erhielten Unterstützung von Kollegen aus Bayern, Niedersachsen und Sachsen-Anhalt sowie der Bundespolizei. Bereits seit dem Vormittagsstunden patroullierte die Polizei durch die Innenstadt: entlang an den Straßencafés, gefüllt mit hunderten Sonnenhungrigen und durch die Einkaufspassagen. Man habe zudem die Personalien von etwa der Hälfte der Teilnehmer kontrolliert. Während der Demonstration waren vor allem Straßenbahnen behindert worden, da diese warten mussten, bis die Gleise frei wurden.

Inhalt 
ARTIKEL AUF EINER SEITE LESEN >
Zu den Kommentaren