Heftige Diskussion über geplante Flüchtlingsunterkunft in Erfurt

Erfurt. In Erfurt sollen nach Plänen der Stadtverwaltung zwei bislang leer stehende Neubaublöcke syrische Bürgerkriegsflüchtlinge beherbergen. Im sozialen Netzwerk Facebook wird darüber heftig debattiert.

Der Wohnblock 66-67 in der Erfurter Ulan-Bator-Straße soll verkauft werden, damit die Kowo dort Wohnungen unter anderem für Asylbewerber einrichten kann. Foto: Marco Schmidt

Der Wohnblock 66-67 in der Erfurter Ulan-Bator-Straße soll verkauft werden, damit die Kowo dort Wohnungen unter anderem für Asylbewerber einrichten kann. Foto: Marco Schmidt

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Erfurt will zwei Mehrgeschosser in der Ulan-Bator-Straße im Norden der Stadt an die stadteigene Kommunale Wohnungsbau Gesellschaft (Kowo) verkaufen (TA berichtete). Diese soll anschließend die Immobilien renovieren und für "Menschen in besonderen Lebenslagen" vorhalten. Damit seien vor allem Kriegsopfer aus Syrien gemeint. Doch auch Thüringer, die etwa akut von Obdachlosigkeit bedroht seien, könnten hier eine neue Wohnung finden.

Auf Facebook gehen die Meinungen zu diesen Plänen auseinander. "Die sollten lieber mehr Kindergartenplätze bauen und Wohnungen für Familien, aber nein - immer erst sowas", schrieb Samantha Jennifer Weber. Ähnlich sieht es Jens Weise. "Das darf doch wohl nicht wahr sein! Die bekommen frisch sanierten Wohnraum zum Nulltarif und wir Erfurter haben Schwierigkeiten, bezahlbare Wohnungen zu finden!".

Es gibt aber auch zahlreiche Facebook-Leser, die die Situation der syrischen Flüchtlinge nachvollziehen können und für Toleranz werben, so auch Yasmin Baltahge, die Jens Weise direkt antwortet. "Sind wir jetzt schon neidisch auf Flüchtlinge? Ist natürlich ärgerlich, dass du nicht im Krieg lebst und deine halbe Familie abgeschlachtet wurde. Vielleicht hättest du ja dann auch ne sanierte Wohnung bekommen?"

Unverständnis für die ablehnenden Haltung einiger Nutzer gegenüber den Plänen der Erfurter Stadtverwaltung äußert auch Dannii Baars: "Wie kann man nur so engstirnig denken? Größere Wohnungen sind Luxusprobleme. Da unten sterben Menschen!" Für mehr Verständis gegenüber den Flüchtlingen wirbt Frithjof Rödel. "Es ist die erste Menschenpflicht, Anderen in der Not zu helfen so gut man kann. Deutsche generell und Ostdeutsche im speziellen sollten eigentlich wissen, was es bedeutet Flüchtling zu sein."

Auf den Punkt bringt diese Haltung Conny Bakha aus Emleben: "Also ich finde das Klasse! Ein Zeichen der Toleranz und Menschlichkeit!"

Hier nehmen Sie an der Diskussion auf unserer Facebookseite teil.

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