Heiligenstadt sucht erstmals einen Stadtschreiber

Heiligenstadt (Eichsfeld). Das Stadtschreiberamt ist in Heiligenstadt vakant. Eigentlich ist es auch eine Premiere, diesen Posten zu besetzen. Es gab ihn bisher nicht.

Christoph Haupt war der erste Künstler, der für ein Jahr die Wohnung in der Herrnmühle beziehen durfte. Jetzt wird ein Nachfolger gesucht. Foto: Eckhard Jüngel

Christoph Haupt war der erste Künstler, der für ein Jahr die Wohnung in der Herrnmühle beziehen durfte. Jetzt wird ein Nachfolger gesucht. Foto: Eckhard Jüngel

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"Das hängt mit unserer Herrnmühle zusammen", erklärt Ute Althaus (CDU), Erste Beigeordnete der Stadt. Mit dieser Mühle besitzt die Kommune eine altehrwürdige denkmalgeschützte Immobilie, die mit Kultur und Leben erfüllt werden soll. Dieser Aufgabe hat sich ebenso der Arbeitskreis Herrnmühle/Kornspeicher verschrieben. "Er besteht aus Mitgliedern der einzelnen Stadtratsfraktionen", erklärt Ute Althaus.

Eigentlich sollte schon im vergangenen Jahr ein Stadtschreiber gefunden werden, der kostenlos in der Herrnmühle die frühere Müllerwohnung bezieht, dazu ein kleines Salär von 400 Euro im Monat bekommt. Doch da wurde aus dem Stadtschreiber ein Stadtbildhauer. Christoph Haupt hatte für ein Jahr die Wohnung bezogen, ein Symposium organisiert, den Heiligenstädter Skulpturenweg initiiert und mit den ersten Kunstwerken aus dem Symposium bestückt.

So ähnlich kann sich die Stadt das auch auf literarischer Ebene vorstellen. Ab sofort können sich Autorinnen und Autoren um das Stadtschreiberamt bewerben. "Nämlich solche, die sich auf Wechselseitigkeit von Literatur und Geschichte des Eichsfeldes einlassen wollen - und ihren Lebensmittelpunkt derzeit nicht im Eichsfeld haben", erklärt Ute Althaus. Denn man wolle gerade den neuen Blick von außen, neue Impulse und sehen, wie die Stadt und das Eichsfeld nach außen wirken.

Die Stadt Heiligenstadt vergibt wieder das monatliche Stipendium von 400 Euro, die möblierte Wohnung im Denkmalensemble von Herrnmühle und Kornspeicher steht vom 1. April 2015 bis 31. März 2016 kostenlos zur Verfügung.

Stipendium und Wohnung locken

Das Stipendium soll der Stadtschreiberin beziehungsweise dem Stadtschreiber den Freiraum bieten, künstlerische Ideen umzusetzen und die Begegnung mit der Heiligenstädter Öffentlichkeit ermöglichen, heißt es in der Ausschreibung. Angedacht sind Lesungen sowie die Begleitung von literarischen Zirkeln unter Einbeziehung von Schulklassen und anderen Interessierten. Des Weiteren soll der Autor oder die Autorin eine kulturelle "Woche des Buches" organisieren. Die Bewerber sollten eine selbstständige Publikation vorweisen, die nicht im Eigenverlag erschienen ist. "Wir bitten um eine Textprobe von mindestens acht und maximal zwölf A4-Seiten", sagt Ute Althaus.

Bewerben darf sich jede Altersgruppe, wobei, so räumt die ­stellvertretende Bürgermeisterin ein, gerade junge Leute mit dem Stipendium und der Herausforderung gefördert werden sollen. "Und wenn dann noch eine neue Publikation zu unserer Stadt herauskommt, ist das Ziel absolut erreicht." Bewerbungsschluss ist der 28. Februar.

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