Helme wieder im Ursprungs-Bett

Schaulustige säumten heute das Helme-Ufer. Enttäuscht wurden sie nicht. Marcel Möller, der geldgebende Gebietsreferent für Wasserbau, öffnete mit der Baggerschaufel zwei Erddämme. Die Helme strömte zurück in ihr angestammtes Bett.

Hinter das Steuer des Baggers klemmte sich Marcel Möller. Es machte dem Gebietsreferenten Wasserbau von der Thüringer Landesanstalt für Umwelt und Geologie sichtlich Freude, die Helme in den ersten neugeschaffenen Gewässerabschnitt zu entlassen. Foto: Roland Obst

Hinter das Steuer des Baggers klemmte sich Marcel Möller. Es machte dem Gebietsreferenten Wasserbau von der Thüringer Landesanstalt für Umwelt und Geologie sichtlich Freude, die Helme in den ersten neugeschaffenen Gewässerabschnitt zu entlassen. Foto: Roland Obst

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Sundhausen. Beeindruckend ist dieses Bau-Projekt am Helme-Ufer. Die Thüringer Landesanstalt für Umwelt und Geologie lässt sich das gesamte Vorhaben zum Hochwasserschutz des Gewerbegebiets und der Ortslage Sundhausen über fünf Millionen Euro kosten. Kein Wunder, dass sich Marcel Möller, Gebietsreferent Wasserbau der Behörde, sehr fürs Vorankommen interessiert. Heute klemmte er sich hinter den Steuerknüppel des schweren Baggers und hielt siegessicher seinen Daumen hoch, als die angestaute Helme in ihr ursprüngliches Bett sprudelte. Erdmassen sind auf dem Gelände bewegt worden. 15 000 Kubikmeter Erdreich lagern abseits, mit ihm wird ein vier Meter hoher Deich errichtet.

Das gesamte Vorhaben liegt gut im Zeitfenster, sagte Bauleiter Heiko Maulhardt. Der Geschäftsführer des Nordhäuser Ingenieurbüros Meinecke kooperiert sowohl mit der Thüringer Landesanstalt als auch mit den Bau-Ausführenden des Urbacher Unternehmens Henning-Bau. Die Bauleute unter Leitung des Poliers Matthias Eggarth beenden dieses Jahr ihre Arbeit. Das gesamte Fünf-Millionen-Euro-Projekt soll im Jahr 2012 fertig sein, und Heiko Maulhardt ist überzeugt, dass es gelingen wird. "Es geht nicht allein um den Hochwasserschutz und die hohe Investition", sagte er.

Der Bereich Helme und Mühlgraben steht als Flora-Fauna-Habitat-Gebiet unter besonderem Schutz. Es sind auch die ökologischen Anforderungen zu berücksichtigen, damit Fischotter, Bachneunauge, Eisvogel und verschiedene Fledermaus-Arten ihre Heimat finden. Vor Jahrzehnten war das Flussbett der Helme begradigt worden. Künftig schlängelt sie sich durchs Gelände, durch die Bögen wird die Fließgeschwindigkeit des Gewässers reduziert. Wegen fehlende Niederschläge ist die Helme derzeit harmlos - doch ihr Pegel kann in fünf Stunden um zwei Meter steigen.