Heyms Wahl zum CDU-Fraktionsvize stößt auf Kritik

Erfurt.  Die Bestätigung von Michael Heym als stellvertretender Vorsitzender der CDU-Landtagsfraktion in Thüringen stößt bei führenden Christdemokraten auf Kritik.

CDU-Fraktionschef Mike Mohring (rechts) begrüßt die Wiederwahl von Michael Heym zu einem seiner Stellvertreter.

CDU-Fraktionschef Mike Mohring (rechts) begrüßt die Wiederwahl von Michael Heym zu einem seiner Stellvertreter.

Foto: Sascha Fromm

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„Es befremdet mich, dass sich in der Landtagsfraktion mit Michael Heym ein Parteifreund durchgesetzt hat, der sich offen gegen die Linie der CDU Deutschlands und der CDU Thüringen stelle und Beschlüsse der Partei bewusst missachte, in dem er eine Kooperation mit der AfD nicht ausschließt“, sagte der Ilmenauer CDU-Kreisvorsitzende und Bundestagsabgeordnete Tankred Schipanski dieser Zeitung. Dass ein solches Verhalten von der CDU Thüringen bislang geduldet werde, sei nicht „nicht nachvollziehbar“.

Auch der aus Eisenach stammende Ost-Beauftragte der Bundesregierung und Staatssekretär im Bundeswirtschaftsministerium, Christian Hirte (CDU), meldete sich nach Heyms Wahl zu Wort. „Ich kann meine Kollegen der @cdu_thueringen nicht verstehen!“, twitterte Hirte, der auch CDU-Landesvize ist.

Heym wurde am Mittwoch bei einer Sitzung der Landtagsfraktion knapp wiedergewählt. Elf Abgeordnete der 21-köpfigen Fraktion stimmten für ihn. Sein Gegenkandidat Christoph Zippel erhielt zehn Stimmen.

Hälfte der Fraktion steht nicht hinter Mohring

„Das Ergebnis zeigt, dass Mohring die Hälfte der Fraktion nicht hinter sich hat“, sagte ein Christdemokrat, der nicht namentlich genannt werden wollte.

Fraktionschef Mike Mohring sagte nach der Sitzung: „Michael Heym war ein Vorschlag von mir, ist gewählt worden, da freue ich mich.“ Ihm sei wichtig gewesen, dass es im geschäftsführenden Fraktionsvorstand sowohl jüngere als auch erfahrene Abgeordnete gebe.“

Heym hatte sich nach der historischen Wahlniederlage der CDU bei der Landtagswahl Ende Oktober offen für Gespräche mit der AfD gezeigt und damit viel Kritik auf sich gezogen: „Rechnerisch reicht es für ein Bündnis aus AfD, CDU und FDP. Ich finde, das sollte man nicht von vornherein ausschließen“, hatte er betont. Unterstützung erhielt Heym von 17 Thüringer CDU-Funktionären, darunter dem Landtagsabgeordneten Jörg Kellner. CDU-Generalsekretär Paul Ziemiak hatte den Vorstoß als „irre“ bezeichnet.

Michael Heym kann seinen Posten als CDU-Fraktionsvize behalten

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