Hochwasserschutz an Unstrut und Gera kostet 22 Millionen Euro

Katrin Müller sprach mit Landrat Harald Henning (CDU) über Abstimmungen und Planungen zum Hochwasserschutz.

Hunderte Helfer sicherten beim Hochwasser den Damm bei Walschleben. Foto: Sascha Fromm

Hunderte Helfer sicherten beim Hochwasser den Damm bei Walschleben. Foto: Sascha Fromm

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In Walschleben fand ein Arbeitsgespräch zum Thema Hochwasser statt. Wie oft gibt es solche Arbeitsgespräche und wer nimmt daran teil?

Am 16. September trafen sich im großen Rahmen Bürgermeister, Landwirte, Vertreter des Landkreises, der Verwaltungsgemeinschaft Gera-Aue, der Kleingärtner, des Landwirtschaftsamtes und der Thüringer Landesanstalt für Umwelt und Geologie, TLUG. Die TLUG stellte die im Januar 2013 favorisierte Variante eines Hochwasserschutzkonzeptes für die Untere Gera vor. Daraus ergibt sich die Notwendigkeit einer konstruktiven und engen Zusammenarbeit aller Beteiligten, was zweifelsfrei zu einer Reihe weiterer Arbeitsgespräche führen wird.

Worum ging es bei der jüngsten Zusammenkunft?

Kernpunkt des Gesprächs waren Vorstellungen des geplanten Hochwasserschutzkonzeptes für den Bereich der Gera von der Gemarkungsgrenze Kühnhausen bis zur Einmündung in das Rückhaltebecken Straußfurt und die notwendigen Sofortmaßnahmen zur Notsicherung der bestehenden Hochwasserschutzdeiche entlang der Gera.

Wie weit sind die Gespräche für eine Ertüchtigung des Gera-Damms bei Walschleben?

Vorgestellt wurde ein differenziertes Hochwasserschutzsystem, welches auf die jetzt vorhandenen drei bis vier Meter hohen Eindeichungen der Gera verzichtet und einen Hochwasserschutz für ein sogenanntes Jahrhunderthochwasser für die Ortslagen schafft und eine abgestufte Abflusskenngröße für die landwirtschaftlich genutzten Flächen ausweist.

Dabei sind angedacht: Entfernung der vorhandenen Hochwasserschutzdeiche, Aufweitung des Abflussprofils durch Vertiefung der ehemaligen Deichaufstandsflächen, Rückverlegung der Deiche bis an die Ortslagen, Anlage von Ringdeichen an einzelnen Ortslagen. Durch das Schaffen von Raum für das Gewässer werden so neue und zukunftsorientierte Wege beschritten. Gleichzeitig bietet sich auch die Möglichkeit, die Gera wieder naturnah zu gestalten.

Gibt es für diese Vorhaben schon Kennziffern?

Es ist alles im Entwurfsstadium. Es sind dabei folgende Kenngrößen zu beachten: Kosten rund 22 Millionen Euro, Gesamtzeitraum bis zur Fertigstellung ca. 15 Jahre, Flächenverbrauch rund 15 Hektar, Retentionsraumvolumen ca. sieben Millionen Kubikmeter, Flächenerwerb von mehreren hundert Eigentümern.

Geht es auch um Bereitstellung von Flächen durch die Landwirtschaft?

Für die Landwirte wird es zu den Themen Flächenentzug und Bereitstellung von Flächen für Polderräume eine entsprechende Informationsveranstaltung im Landwirtschaftsamt Sömmerda geben. Generell ist festzuhalten, dass ein Flächenentzug auf das unbedingt Notwendige beschränkt werden muss. Zudem muss klargestellt werden, dass auch die betroffenen Landwirte von einem guten und sicheren Hochwasserschutz profitieren. Über Ausgleichs- und Entschädigungsleistungen muss in diesem Zusammenhang ebenfalls gesprochen werden.

Inwieweit sind Planungen für die Sanierung der Kreisstraße 16 mit einbezogen?

Ein besonderer Schwerpunkt ist die Kreisstraße K 16 zwischen Walschleben und Riethnordhausen, da hier bereits umfangreiche Vorplanungen und auch Fördermittelzusagen vorliegen. Aufgrund des nunmehr vorgestellten Hochwasserschutzkonzeptes der TLUG für die Untere Gera wird der Landkreis in Kürze entscheiden, wie und wo der Straßenneubau realisiert wird.

Wie sieht es mit Sofortmaßnahmen am Damm aus?

Es gibt Sofortmaßnahmen zur Sicherung der bestehenden Deiche seitens der TLUG. Zum gegenwärtigen Zeitpunkt laufen erste Maßnahmen zur Sicherung der Deiche im Bereich der Gemarkung Walschleben, wie z.B. unbedingt notwendige Fällarbeiten von Pappeln an Gera-Deichen. Im Oktober wird mit weiteren Deichsicherungsmaßnahmen begonnen.

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