Höcke bezeichnet Kalbitz-Rauswurf als Überfall auf die Partei

Erfurt.  Nach Ansicht von Thüringens AfD-Partei- und Fraktionschef Björn Höcke geht es im parteiinternen Machtkampf im Kern um die „inhaltliche Grundausrichtung“.

Der AfD-Fraktionsvorsitzende und damalige Kandidat für das Amt des Ministerpräsidenten in Thüringen, Björn Höcke.

Der AfD-Fraktionsvorsitzende und damalige Kandidat für das Amt des Ministerpräsidenten in Thüringen, Björn Höcke.

Foto: Martin Schutt / dpa

Inhalt 
ARTIKEL AUF EINER SEITE LESEN >

„Ich hatte in den letzten Tagen als Mitglied der AfD das Gefühl, dass meine Partei überfallen worden ist“, sagte Höcke in einem Video der rechten Publikation „Deutschland Kurier“, das am Dienstag unter anderem bei Youtube und Facebook verbreitet wurde. Es gebe unter Führung von Jörg Meuthen und Beatrix von Storch eine Mehrheit im AfD-Bundesvorstand, die „nicht zum Kompromiss fähig ist - so scheint es jedenfalls -, die eine andere Partei will, die eine kalte Partei will, eine marktradikale Partei“, sagte Höcke.

Offener Machtkampf in der AfD

Der AfD-Bundesvorstand hatte die Mitgliedschaft des Brandenburger Parteichefs Andreas Kalbitz am Freitag mit einem Mehrheitsbeschluss für nichtig erklärt. Hintergrund sind frühere Kontakte von Kalbitz ins rechtsextreme Milieu. Neben Höcke gilt Kalbitz als wichtigster Vertreter des formal aufgelösten rechtsnationalen „Flügels“ der Partei, der vom Verfassungsschutz als rechtsextreme Strömung beobachtet wird. Nach Kalbitz’ Rauswurf ist in der AfD ein offener Machtkampf ausgebrochen.

In dem Video sagte Höcke, er sei der festen Überzeugung, dass der „globalkapitalistische Ansatz“ die AfD in eine Sackgasse führen würde. „Wir wollen keinen kalten Kapitalismus. Wir wollen eine ökologische, eine soziale, wir wollen eine menschliche Marktwirtschaft“, sagte Höcke.

In dem Konflikt zum „Fall Kalbitz“, wie Höcke sagt, gehe es nur vordergründig um Personen. „Es geht hintergründig tatsächlich um die inhaltliche Grundausrichtung unserer Partei, der AfD“, betonte Höcke.

Inhalt 
ARTIKEL AUF EINER SEITE LESEN >
Zu den Kommentaren