Höcke bleibt AfD-Landeschef – Schlappe für bisherige Landesvize Tosca Kniese

Pfiffelbach.  Thüringens AfD-Chef Björn Höcke fordert im Umgang mit dem Coronavirus die sofortige Rückkehr zur Normalität. Während er beim Parteitag im Amt bestätigt wurde, kassierte die bisherige Landesvize eine Niederlage.

Björn Höcke ist am Samstag beim Landesparteitag der Thüringer AfD in Pfiffelbach im Amt des Landessprechers bestätigt worden.

Björn Höcke ist am Samstag beim Landesparteitag der Thüringer AfD in Pfiffelbach im Amt des Landessprechers bestätigt worden.

Foto: Sascha Fromm

Er kam quasi aus dem Nichts und hatte auch nichts zu sagen, staubte aber dennoch gut zehn Prozent der Stimmen ab: Norbert Nolze (61), AfD-Fraktionsvize im Stadtrat von Roßleben-Wiehe (Kyffhäuserkreis), hat sich beim AfD-Landesparteitag überraschend selbst als Kandidat für das Amt des Landessprechers vorgeschlagen.

„Ihr müsst mich nicht unbedingt wählen, aber ich will, dass ihr zumindest die Möglichkeit habt, zu wählen“, begründete er das vor etwa 230 Mitgliedern in Pfiffelbach (Weimarer Land).

Letztlich votierten 24 Mitglieder für Nolze und 188 (83,5 Prozent) für den bisherigen AfD-Landeschef Björn Höcke (48). Ebenfalls für zwei Jahre wiedergewählt wurde Co-Sprecher Stefan Möller (45). Möller holte ohne Gegenkandidaten 198 Stimmen (86 Prozent).

Eine Niederlage kassierte derweil die bisherige Landesvize Tosca Kniese (42), die sich bei der Wahl des ersten stellvertretenden Landessprechers Birgit Noll (62) geschlagen geben musste. Auf Noll entfielen 120 Stimmen (52 Prozent), auf Kniese 103. Zweiter stellvertretender Landessprecher wurde mit 75 Prozent Torsten Braga (29). Höcke-Vertrauter Jürgen Pohl hatte nicht erneut kandidiert.

Höcke über Corona: „ein perfektes Herrschaftsinstrument“

Vor der Vorstandswahl kündigte Björn Höcke ein zweites Corona-Papier der Thüringer AfD an. „Corona ist de facto kein Killervirus“, sagte der Landeschef mit Blick auf die Zahl von 191 Thüringer Corona-Toten, die die Landesregierung in ihrer Antwort auf eine Große Anfrage der AfD-Fraktion für den Zeitraum bis 6. Oktober angegeben hatte. Die Sterblichkeit liege weit unter der der jüngsten Grippe-Epidemien. Deshalb seien die massiven Grundrechtseinschränkungen und die „bewusst in Kauf genommene Schädigung unseres Wirtschaftslebens“ auch nicht erforderlich. „Wir fordern die sofortige Rückkehr zur Normalität“, so Höcke.

Die AfD setze stattdessen auf den Schutz von Risikogruppen und die Einsicht der Menschen, „wie in jeder Grippe-Saison einer Hygiene-Etikette zu folgen“. Die Partei wolle, dass die Verantwortung für das eigene Leben vom Staat wieder an jeden Einzelnen zurückgegeben wird. Corona, so Höcke, sei „ein perfektes Herrschaftsinstrument“. Mit dem neuen Infektionsschutzgesetz habe die „herrschende Klasse einen Ermächtigungsstaat“ errichtet.