Höcke erwägt im Fall von Neuwahlen Kandidatur für Bundestag

Erfurt  Höcke rechnet damit, dass das von Petry angestrengte Parteiausschlussverfahren gegen ihn eingestellt wird. Auf Nachfrage dieser Zeitung sagte er, dass noch für Dezember eine mündliche Anhörung geplant sei.

ErfurtDer Thüringer AfD-Landes- und Fraktionsvorsitzende Björn Höcke erwägt, im Fall von Neuwahlen für den Bundestag zu kandidieren.

ErfurtDer Thüringer AfD-Landes- und Fraktionsvorsitzende Björn Höcke erwägt, im Fall von Neuwahlen für den Bundestag zu kandidieren.

Foto: Jens-Ulrich Koch

Der Thüringer AfD-Landes- und Fraktionsvorsitzende Björn Höcke erwägt, im Fall von Neuwahlen für den Bundestag zu kandidieren. Die Landespartei werde „überlegen müssen, ob die Lage eine neue“ sei, sagte er am Dienstag in Erfurt. Auf Nachfrage bestätigte er, dass er eine Kandidatur nicht ausschließe. Wenn es Neuwahlen gebe, müsse er mit seinen Parteikollegen zusammen eine Entscheidung treffen.

Der in der Bundes-AfD hochumstrittene Politiker hatte vor der letzten Wahl überraschend darauf verzichtet, für den Bundestag anzutreten. Er gab damals an, sich auf die Arbeit in Thüringen konzentrieren zu wollen. Inzwischen ist aber mit der früheren Bundesvorsitzenden Frauke Petry seine Hauptkonkurrentin aus der Partei ausgetreten. Zudem denkt der AfD-Landeschef nach eigener Aussage weiterhin darüber nach, auf dem Bundesparteitag im Dezember für den Bundesvorstand zu kandidieren.

Höcke rechnet im Übrigen damit, dass das von Petry angestrengte Parteiausschlussverfahren gegen ihn eingestellt wird. Auf Nachfrage dieser Zeitung sagte er, dass noch für Dezember eine mündliche Anhörung geplant sei. Er gehe davon aus, dass danach das Ausschlussverfahren „als gegenstandslos ad acta gelegt“ werde. Der Antrag des Bundesvorstandes, der dem AfD-Landeschef unter anderem Nähe zu nationalsozialistischem Gedankengut vorwirft, liegt bereits seit dem Frühjahr dem Landesschiedsgericht vor.

Der Thüringer AfD-Bundestagsabgeordnete Stephan Brandner, der als Spitzenkandidat im Bundesland angetreten war, reagierte reserviert auf die Aussagen seines Landesvorsitzenden. „Zweifellos ist Björn Höcke unser bestes Pferd im Stall“, sagte er der „Thüringen Allgemeinen“. „Ich wüsste aber nicht, was sich aus Thüringer Sicht an der allgemeinen Lage geändert haben sollte.“

Das könnte Sie auch interessieren:

Nach dem Scheitern von Jamaika rücken Neuwahlen näher

Thüringens größter AfD-Kreisverband vor der Spaltung

Kommentare sind für diesen Artikel deaktiviert.