Hunderte Thüringer protestieren gegen Anti-Corona-Maßnahmen

Erfurt/Gera/Altenburg.  Trotz umfassender Lockerungen protestierten in mehreren Thüringer Städten Menschen gegen Einschränkungen. Laut Polizei fiel der Protest in Gera am größten aus. Die Proteste im Überblick.

In Erfurt "spazierten" am Samstag hunderte Menschen durch die Altstadt, um ihren Frust gegen die Corona-Maßnahmen kundzutun. Die Demonstranten waren zu Teilen aus dem politisch rechten Spektrum. Getroffen haben sich die "Spaziergänger" um 15 Uhr zu einer Kundgebung am Domplatz. Eine Gegendemonstration von linken Bündnissen wie der Antifa fand gegenüber statt.

In Erfurt "spazierten" am Samstag hunderte Menschen durch die Altstadt, um ihren Frust gegen die Corona-Maßnahmen kundzutun. Die Demonstranten waren zu Teilen aus dem politisch rechten Spektrum. Getroffen haben sich die "Spaziergänger" um 15 Uhr zu einer Kundgebung am Domplatz. Eine Gegendemonstration von linken Bündnissen wie der Antifa fand gegenüber statt.

Foto: Marvin Reinhart / MGT

In Thüringen sind am Wochenende Hunderte Menschen auf die Straßen gegangen, um gegen die Anti-Corona-Maßnahmen der Regierung zu protestieren. Nach Angaben der Polizei waren viele der Versammlungen nicht angemeldet, wie ein Sprecher sagte. Landesweit gab es knapp 30 solcher Demonstrationen.

Rund 600 Protestierer in Erfurt

In Erfurt beteiligten sich nach Polizei-Angaben etwa 600 Menschen, die - obwohl das zuvor nicht angemeldet war - durch die Stadt liefen. „Angesichts der hohen Anzahl der Teilnehmer wäre es nicht opportun gewesen, die Situation zu eskalieren“, sagte ein Polizei-Sprecher.

Teilnehmer des Protest-Spaziergangs in Gera wollen keine Masken tragen

In Gera wurde eine Demonstration am Samstag durch den Versammlungsleiter schon nach kurzer Zeit abgesagt. Grund sei, dass Auflagen von einigen Teilnehmern nicht eingehalten worden seien - etwa das Tragen von Mund-Nasen-Bedeckungen, sagte eine Sprecherin der Polizei. Beamte hätten die Teilnehmer nach der Absage aufgefordert, in kleinen Gruppen und unter Beachtung der Abstandsregeln den Platz zu verlassen, hieß es.

Wegen der Weigerung, dieser Aufforderung nachzukommen, habe die Polizei auch einen Platzverweis umgesetzt. Erwartet wurden bei der Demonstration 600 bis 700 Menschen. Laut Polizei erschienen deutlich weniger.

Auch in Jena, Weimar, Leinefelde, Heiligenstadt und Meiningen Proteste

Auch in anderen Orten Thüringens gab es Demos gegen die Anti-Corona-Regeln - etwa am Sonntag in Altenburg mit rund 350 Teilnehmern. Auch in , Weimar, Leinefelde, Heiligenstadt und Meiningen gab es am Wochenende Proteste. Teils sei die Teilnehmerzahl sehr gering ausgefallen, sagte ein Polizei-Sprecher.

Thüringens Innenminister Georg Maier (SPD) verteidigte das Agieren der Polizei bei solchen Demonstrationen. „Es kommt jetzt aus verschiedenen Ecken Kritik an der Arbeit der Polizei“, sagte Maier in einem Gespräch mit dem Sender MDR Thüringen. Allerdings sei die Arbeit der Beamten gerade in Pandemie-Zeiten sehr schwierig, betonte der SPD-Politiker. Die Polizei strebe stets eine Deeskalation an. „Wir wollen keine Gewalt“, betonte Maier gegenüber dem MDR.

Polizei passt Strategie bei Corona-Protesten an

Werden Auflagen bei den Demonstrationen nicht eingehalten - etwa das Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes oder Abstandsregeln - könne die Polizei abgestuft agieren und zunächst auf die Einhaltung der Auflagen hinweisen.

Der CDU-Innenpolitiker Raymond Walk pflichtete Maier bei. „Richtig! Die Kollegen müssen in dieser besonderen #Ausnahmesituation immer den Spagat hinbekommen und die Balance halten zwischen #Freiheit und #Sicherheit“, schrieb Walk bei Twitter.