In eigener Sache: Die TA baut ein Recherche-Team auf

Was ist die wichtigste Aufgabe von Journalisten? Nicht die Weitergabe von Nachrichten, oder Verlautbarungen, auch nicht das geschickte Sortieren von Informationen. Die erste Pflicht des Redakteurs ist das Entdecken von Nachrichten.

Reporter aus Thüringen und Westfalen, ganz rechts David Schraven, besprachen in Ettersburg gemeinsame Recherche-Projekte. Foto: Dirk Löhr

Reporter aus Thüringen und Westfalen, ganz rechts David Schraven, besprachen in Ettersburg gemeinsame Recherche-Projekte. Foto: Dirk Löhr

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Erfurt. Kürzlich trafen sich die Reporter der TA mit den Reportern der WAZ, der Schwester-Zeitung aus Westfalen. Die beiden Teams werden zusammenarbeiten, gemeinsam Themen recherchieren, voneinander lernen und den journalistischen Nachwuchs so ausbilden, dass er in der Lage ist, exzellent zu recherchieren.

Das neue Team in Thüringen leitet die Chefredaktion, das Team in Westfalen leitet seit einem Jahr David Schraven. Er hat einen der bedeutenden deutschen Journalistenpreise, den Wächterpreis, gewonnen für die Enthüllung eines Giftskandals. Der Preis wird von der Stiftung "Freiheit der Presse" vergeben für mutige Reporter, "die den Kampf um eine saubere Verwaltung aufnehmen, Übergriffe der Bürokratie oder anderer Machtgruppen recherchieren und darüber berichten und dabei ohne Rücksicht auf Namen und bestehende Verhältnisse Missstände schonungslos aufdecken".

Schraven gehört auch dem Vorstand des "Netzwerks Recherche" an, in dem die besten Reporter und Rechercheure Deutschlands versammelt sind.

Bei der Recherche-Werkstatt auf Schloss Ettersburg bei Weimar sprachen die Redakteure die besten und effektivsten Recherche-Methoden durch. Vor allem stand die Frage im Zentrum: Woher kommen die Informationen, die auf – auch lokale - Missstände, Korruption oder einfach nur auf Planungen hindeuten, die an den Bürger vorbeigehen?

Erst Mitte Juli hat der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte klargestellt: Mitarbeiter dürfen Missstände an ihrem Arbeitsplatz öffentlich machen, ohne dafür Nachteile zu riskieren.

Für Informanten hat die TA einen anonymen Briefkasten eingerichtet, in den Leser interne Unterlagen aus Behörden und Unternehmen stecken können – ohne dabei erkannt zu werden.

Zuständig dafür ist TA-Reporter Kai Mudra:

Liebe Leser,

die Thüringer Allgemeine lebt von Reportagen, Nachrichten, Geschichten und Berichten. Vieles, über das wir aus den Gemeinden, Ihren Städten und Kreisen schreiben, haben Sie uns selbst erzählt.

Doch in einer spannenden Tageszeitung steht mehr. Dafür recherchieren wir hinter den Kulissen, den politischen Fassaden. Nur so können wir schreiben, was nicht gesagt wurde.

Dabei treffen wir leider auch auf Schlamperei, auf Korruption oder Amtsmissbrauch bei Behörden.

Um solche Fälle aufdecken zu können, benötigen wir Ihre Hilfe. Schreiben Sie uns oder rufen Sie an, wenn Ihnen Vorgänge bekannt geworden sind, bei denen Sie vermuten, dass nicht alles korrekt gelaufen ist.

Wenn immer Sie es wünschen, bleiben Hinweise anonym. Extra dafür haben wir eine Internetseite angelegt, über die Sie verschlüsselt Informationen oder Unterlagen zu uns schicken können. Dort finden Sie auch die Telefonnummer, unter der ein Anrufbeantworter erreichbar ist, den Sie anonym besprechen können. Wir freuen uns auf Ihre Hinweise!

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