Interkommunale Zusammenarbeit: Landräte und Bürgermeister trafen sich in Nordhausen

Nordhausen. Über die Zukunft der Harzregion haben sich am Dienstag Landräte und Bürgermeister bei einem länderübergreifenden Arbeitstreffen in Nordhausen ausgetauscht. Die Nordhäuser Landrätin Birgit Keller hatte ihre Harzer Amtskollegen und Stadtoberhäupter in die Traditionsbrennerei eingeladen.

Die Nordhäuser Landrätin Birgit Keller mit ihren Harzer Amtskollegen und Stadtoberhäupter vor der Traditionsbrennerei.

Die Nordhäuser Landrätin Birgit Keller mit ihren Harzer Amtskollegen und Stadtoberhäupter vor der Traditionsbrennerei.

Foto: zgt

Neben dem Landrat aus Goslar Thomas Brych und dem Ersten Kreisrat aus Osterode Gero Geißlreiter kamen u.a. die Bürgermeister von Goslar, Wernigerode, Osterode am Harz, Nordhausen, Bad Sachsa, Bad Lauterberg, Seesen, Harztor, Ellrich und Neustadt sowie der Präsident der Nordhäuser Fachhochschule Prof. Dr. Jörg Wagner.

Hans-Jörg Kolbeck, Leiter des Referates Kommunalrecht/Kommunale Finanzen im Thüringer Landesverwaltungsamt, sprach im einleitenden Referat über den rechtlichen Rahmen einer länderübergreifenden interkommunalen Kooperation. "Wenn man zusammenarbeiten will, gibt es viele Wege dies zu realisieren, auch unabhängig von Gebietsreformen", so Kolbeck.

Möglich seien Arbeitsgemeinschaften, Zweckvereinbarungen und Zweckverbände, was auch zwischen drei Bundesländern möglich sei. "Wir bauen im Harz auf eine bereits gut funktionierende Zusammenarbeit im Tourismus auf", sagte Birgit Keller. "Doch es gibt nicht nur den Tourismus, sondern viel mehr, das uns zusammenbringt."

Der Landkreis Nordhausen treibe seit einigen Jahren das Thema interkommunale Zusammenarbeit forciert voran, insbesondere mit dem Kyffhäuserkreis und der Stadt Nordhausen. In dem länderübergreifenden Austausch werde nun diskutiert, wie die Zusammenarbeit der kommunalen Verwaltungen im Harz ausgebaut werden kann. Ein wichtiges Thema war dabei die Weiterentwicklung der Verkehrsinfrastruktur.

Aktuell geht es hierbei beispielsweise um den raschen Weiterbau der B 243 über die Landesgrenze Thüringen-Niedersachsen hinweg. Für diesen planungsreifen Abschnitt fehlt bislang die Finanzierung. "Sowohl in Niedersachsen als auch wir in Thüringen haben uns bereits an den Bund gewandt und auf die Dringlichkeit dieses Verkehrsprojekts hingewiesen", unterstrich Landrätin Keller. Doch man solle sich nicht nur auf den Individualverkehr beschränken, auch durch den Öffentlichen Personennahverkehr lassen sich die Regionen des Harzes enger miteinander verbinden, verwies Neustadts Bürgermeister Dirk Erfurt.

In die Diskussion brachte der Nordhäuser OB Dr. Klaus Zeh die Idee eines Straßenrings um den Harz ein, um die Region wirtschaftlich und touristisch noch besser zu erschließen. Auch die drei Hochschulen im Harz arbeiteten bereits zusammen, so der Nordhäuser FH-Präsident Prof. Dr. Jörg Wagner, was durch gemeinsame Studiengänge weiterentwickelt werden soll.

Wichtig sei, die Hochschulregion Harz miteinbeziehen, auch um Aufmerksamkeit der drei Bundesländer stärker auf diese eher kleinen Hochschulen zu lenken, so Prof. Wagner. Ein weiteres Schwerpunktthema war, durch ein intensiviertes gemeinsames Marketing das Gesamtimage des Harzes aufzupolieren.

Das heutige Treffen war das zweite dieser Art nach einer Auftaktveranstaltung in Goslar-Hahnenklee im März, das Goslars OB Dr. Oliver Junk initiiert hatte. Ein drittes länderübergreifendes Arbeitsgespräch ist für den Herbst in Wernigerode geplant. Bis dahin sollen in Arbeitsgruppen Themen wie die Verkehrsinfrastruktur, Hochschulbildung und das Harzimage weiter vertieft werden. Ein weiterer Ansatz ist, die harzübergreifende Kooperation durch die Gründung einer Arbeitsgemeinschaft voranzubringen.

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