Jendricke setzt sich klar gegen Krauth durch - Presse bei Nominierung zur Landratswahl unerwünscht

Werther. So viele Mitglieder hat die SPD-Vorsitzende Dagmar Becker lange nicht bei einer Mitgliederversammlung gesehen. Immerhin ging es um eine Kampfkandidatur für die anstehende Landratswahl am 26. April. Die Presse war bei dieser Veranstaltung nicht erwünscht, der oft ausgesprochene Wunsch nach mehr Transparenz blieb ein Lippenbekenntnis, wenngleich nicht alle Mitglieder mit dem Ausschluss der TA einverstanden waren. Damit ist eine Berichterstattung aus erster Hand leider nicht möglich.

Ungewöhnlich großer Auflauf bei der Mitgliederversammlung der SPD im Hotel "Zur Hoffnung" in Werther. Foto: Thomas Müller

Ungewöhnlich großer Auflauf bei der Mitgliederversammlung der SPD im Hotel "Zur Hoffnung" in Werther. Foto: Thomas Müller

Foto: zgt

<p>Zur Wahl hatten sich Jutta Krauth, amtierende Landrätin, und der Nordhäuser Bürgermeister Matthias Jendricke gestellt. 70 Mitglieder wollten die schwierige Entscheidung mit treffen. Ein dritter Bewerber meldete sich nicht.</p> <p>Zunächst stellte sich Matthias Jendricke vor. Er versprach, mit ganzem Herzen zu kämpfen und verwies auf seine Verwaltungserfahrung. Er war schon einmal stellvertretender Landrat. Wichtig sei ihm, Menschen mitzunehmen und die Region, mit der er sehr verbunden sei, voranzubringen. Jendricke sprach die anstehenden Aufgaben für einen Landrat an: Theatervertrag, soziale Einrichtungen, die Finanzierung der Aufgaben. Er stehe für solide Finanzen.</p> <p>Am Wahltag werde der Wähler entscheiden, nicht die SPD, machte er den Genossen klar. Er habe viel Zuspruch erhalten auch von Bürgermeistern, die keiner Partei angehörten. Sicher sage er seine Meinung, auch im Rathaus. Im Wahlkampf werde er als SPD-Mitglied auch sprechen können, was ihm derzeit als Bürgermeister im Rathaus nicht erlaubt sei.</p> <p>Die Ausführungen der Mitbewerberin müssen wir leider nachreichen, da sie akustisch nicht nach außen drangen. Sie widmete sich als Haushaltsexpertin im Landratsamt dem Vernehmen nach dem Haushaltssicherungskonzept sowie der Zukunft der Abfallwirtschaft. Überdies wolle sie sowohl mit der Stadt Nordhausen als auch mit den Fraktionen im Kreistag gut zusammenarbeiten, auf Ausgleich setzen.</p> <p>Kreisvorsitzende Dagmar Becker, die Krauth ins Rennen gegen Jendricke geschickt hatte, sprach sich für selbige aus. Zehn Jahre habe sie eine gute Arbeit geleistet. Dagegen verteidigte der Ellricher Bürgermeister Matthias Ehrhold Jendricke und kritisierte Becker für ihre einseitige Parteinahme.</p> <p>Die Wahl fiel am Ende sehr eindeutig aus. 57 Stimmen entfielen auf Jendricke, elf auf Krauth, es gab zwei Enthaltungen. Eine Schlappe auch für die Parteichefin.</p>