Konkurrenz für Maaßen um Kandidatur für Bundestag in Thüringer Wahlkreis

Martin Debes
| Lesedauer: 2 Minuten
Hans-Georg Maaßen auf einer Veranstaltung der „Werteunion“ im Januar 2020 im Eichsfeld.

Hans-Georg Maaßen auf einer Veranstaltung der „Werteunion“ im Januar 2020 im Eichsfeld.

Foto: Eckhard Jüngel

Erfurt/Suhl.  Der Suhler CDU-Kreisverband plant einen eigenen Kandidaten für den Bundestag zu empfehlen. Der Bewerber sieht für sich selbst aber bisher nur Außenseiterchancen. Zudem gebe es noch weitere Bewerbungen.

Konkurrenz für Hans-Georg Maaßen: Der Suhler CDU-Kreisverband plant, Hans-Arno Simon aus Erfurt als Kandidaten für den Bundestag im Südthüringer Wahlkreis 196 zu empfehlen. „Er hat sich beworben und er erfüllt die Voraussetzungen“, sagt der amtierende Vorsitzende Martin Kummer dieser Zeitung. „Ich werde dafür plädieren, dass er auf der Wahlkreisversammlung am 30. April von einem unserer Delegierten offiziell vorgeschlagen wird.“

Simon soll gegen den früheren Bundesverfassungsschutzchef antreten, der von den Kreisverbänden Schmalkalden-Meiningen und Hildburghausen unterstützt wird. Auch im Landkreis Sonneberg gab es bislang überwiegend Zustimmung für den Maaßen, der sich dort am Montag vorstellen wollte.

Simon will als Alternative antreten

Damit scheint dem Ex-Verfassungsschützer eine Mehrheit sicher zu sein; Suhl stellt nur vier der 43 Delegierten. „Ich bin Realist genug, dass ich eher Außenseiterchancen habe“, räumte Simon ein. Aber bei einer geheimen Wahl wisse man nie, zumal es gegen Maaßen auch Vorbehalte gebe. „Das Mindeste, das ich erreichen will, ist, dass es danach nicht heißt, wir hatten ja keine Alternative.“

Simon, 63, stammt wie Maaßen aus dem Rheinland. Er zog 1991 nach Thüringen, bis 1997 wohnte er in Suhl, seitdem lebt er in Erfurt und arbeitet als Regierungsdirektor bei der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben. Nach eigenen Angaben trat er 1974 der CDU bei und ist Mitglied im Landesvorstand der Christlich-Demokratischen Arbeitnehmerschaft (CDA).

Möglicherweise drei weitere Kandidaten

Laut dem amtierenden Kreischef Kummer gibt es außer Simon noch drei andere Bewerbungen. „Es kann sein, dass wird am Ende fünf Kandidaten haben“, sagte er. „Aber das muss ja nicht schlecht sein.“

Maaßen, 58, war ab 2012 Präsident des Bundesamtes für Verfassungsschutzes. Er wurde 2018 in den einstweiligen Ruhestand versetzt, nachdem er aus Sicht von Teilen der Bundesregierung die rechtsradikalischen Ausschreitungen nach einer Demonstration in Chemnitz relativiert hatte. Er wurde danach zum Protagonisten der rechtskonservativen „Werteunion“.

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