Kräftiger Mann lässt einen Blick in sein Gefühlsleben zu

Altenfeld  Bürgermeister Peter Grimm verabschiedet Altenfeld in die Landgemeinde mit einer emotionalen Rede.

Endzeit- und Aufbruchsstimmung im Gemeinderat, der seine letzte Sitzung abhielt und sich als Ortschaftsrat in der Landgemeinde Großbreitenbach fürs Bürgerwohl der Altenfelder einsetzen wird. Peter Grimm hielt eine ergreifende Abschiedsrede als Bürgermeister.

Endzeit- und Aufbruchsstimmung im Gemeinderat, der seine letzte Sitzung abhielt und sich als Ortschaftsrat in der Landgemeinde Großbreitenbach fürs Bürgerwohl der Altenfelder einsetzen wird. Peter Grimm hielt eine ergreifende Abschiedsrede als Bürgermeister.

Foto: Karl-Heinz Veit

Es war die Atmosphäre des historischen Momentes zu spüren – am Donnerstagabend zur letzten öffentlichen Sitzung des Altenfelder Gemeinderates.

Bürgermeister Peter Grimm (SPD) versuchte, die Sitzung so zu leiten, wie er es 18 Jahre als Ortschef mit großer Souveränität tat. Das gelang ihm auch bis zu dem Punkt, als er im Redefluss nur einen Moment gedanklich neben sich trat und sein eigener Beobachter wurde.

Seine Rede stockte. Die Hand griff ans Gesicht. Der große, kräftige Mann zeigte für etliche feuchte Wimpernschläge eine Reaktion, die einen tiefen Blick in sein Gefühlsleben preisgab. Mit Beifall sprangen ihm seine Ratsmitglieder bei und überspielten die unerwartete Situation und Herzensreaktion ihres Chefs. Peter Grimm, vermutlich selbst über sich verwundert, sagte nur noch kurz: „Jetzt höre ich auf. Dann trinken wir zusammen ein Bier. Und im Ortschaftsrat der Landgemeinde sehen wir uns hoffentlich wieder.“

Erhobenen Hauptes in die Landgemeinde

Diesen letzten Worten war in freier Rede eine knappe Bilanzierung der Arbeit in der Gemeinde und für die Bürgerschaft der letzten Jahre vorausgegangen. „Altenfeld geht erhobenen Hauptes in die Landgemeinde Großbreitenbach“, sagte Bürgermeister Grimm. Er machte damit den Stolz auf Geleistetes deutlich und redete gleichzeitig der Verantwortung das Wort, die der leistungsstarke Ort Altenfeld künftig im Verband der Landgemeinde Großbreitenbach wahrnehmen müsse.

All das, was im Gemeinderat und im Ort die Erfolgsmosaiksteine waren, soll sich in der Landgemeinde im Sinne von Bewahren und Weiterentwickeln finden. Solidarität untereinander, respektvoller Umgang miteinander, Fairness gegeneinander, ein gemeinsames Streben hin zu den im demokratischen Wettbewerb um die besten Ideen und Lösungen erarbeiteten und exakt abgesteckten Zielen, das waren und sind Altenfelder Handlungsmuster kommunalpolitischer Arbeit.

Grimm formulierte sinngemäß: In der regionalen Gemeinschaft gehe es darum, dass jeder jeden respektvoll behandele, die Starken ihre wahre Stärke dann zeigten, wenn sie den Schwachen abgeben, sich alle gegenseitig und uneigennützig helfen, sich einer auf den anderen verlassen könne und der gegenseitige Vorteil zur Grundlage gemeinschaftlichen Handelns werde.

Touristische Aushängeschilder

Peter Grimm untersetzte diese, seine Positionen mit dem Nennen von Beispielen, die sich als sichtbare positive Veränderungen im Erscheinungsbild des Dorfes zeigen: Fast alle Straßen im ordentlichen Zustand. Das Bürgerhaus ein guter Ort der Begegnung. Schwimmbad, Beachvolleyballplatz und Mehrzweckhalle als touristische Aushängeschilder. Der Markt in seiner Neugestaltung mit Spielplatz ein Hingucker. Die Feuerwehr gut ausgestattet und einsatzfähig. Die Kirche ein sehenswertes, geschütztes Baudenkmal im Dorf. Die Vereine aktiv im gesellschaftlichen Leben des Ortes. So zeige sich – unvollständig aufgezählt – die Ortsbilanz nach guten, aber auch durchlebten schlechten Zeiten.

Altbürgermeister Winfried König dankte mit emotionalen Worten Peter Grimm für all sein Wirken, das er seit 1988 als Gemeinderat und als Bürgermeister kraft- und zeitaufwendig in den Dienst der Gemeinschaft gestellt habe.

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