Kürzungen im Kulturbereich sollen von Dauer sein

Erfurt  Kulturvereine und Projekte müssen finanzielle Einbußen hinnehmen.

Finanzbeigeordnete Karola Pablich. Archivfoto: Susann Fromm

Finanzbeigeordnete Karola Pablich. Archivfoto: Susann Fromm

Foto: zgt

Die Erfurter Breitenkultur muss den Gürtel wohl enger schnallen. Der Haushaltsentwurf der Stadtverwaltung sieht für viele Vereine und Kunstprojekte zwar Zuschüsse vor. Doch liegen sie zumeist unter dem Niveau des Vorjahres.

Die Kürzungen bedeuten nicht nur eine vorübergehende Durststrecke. Wie die Finanzbeigeordnete Karola Pablich (parteilos) bestätigte, bilden die Summen aus dem diesjährigen Haushaltsentwurf auch die Grundlage für die mittelfristige Finanzplanung der nächsten Jahre. Das bedeutet, dass die vorgenommenen Kürzungen aus Sicht der Stadtverwaltung von Dauer sein sollen.

Pablich wies aber auch darauf hin, dass die Auszahlung der Zuschüsse von einem ausgeglichenen Haushalt abhängig ist. Der Ausgleich als Voraussetzung dafür, dass überhaupt Geld für freiwillige Aufgaben fließt, sei wiederum nur durch die Kürzungen möglich geworden.

Die Kulturvereine, deren Zuschüsse auf Eis liegen, können so noch auf 25.000 Euro hoffen. Die Kunstförderung wird mit 10.000 Euro bedacht. Im Vorjahr erhielten die Kulturvereine noch 65.000 Euro und die Kunstförderung 23.000 Euro.

Der Zuschuss zum Kommunalen Kino und für die Kunstschule Imago wurde jeweils um rund ein Zehntel der Vorjahressumme gekürzt. Auch das Tanztheater und das Kunsthaus müssen Einschnitte verkraften.

Für die "Schotte" bleibt der Ansatz bei 160.000 Euro. Das Kinder- und Jugendtheater hatte wie im Vorjahr mit 175.000 Euro gerechnet und schon vor Monaten angekündigt, dass eine Kürzung mit der Einschränkung des Angebots verbunden sei.

Dass mit dem "kulturellen Jahresthema" weitere Kunstprojekte komplett entfallen, war bereits länger klar. Erhalten blieb hingegen die Förderung für den Stadtgoldschmied. 2017 soll es auch wieder einen Stadtschreiber in Erfurt geben.

Dass die Kürzungen von Dauer sein sollen, begründet die Finanzdezernentin auch mit geplanten Investitionen in Schulen, Kitas, Gebäude und Straßen. "Für die Folgejahre ist nicht mehr Geld für die Kultur möglich, weil wir sonst das Investitionsprogramm nicht umsetzen können", sagt Karola Pablich.

Würden in diesem Jahr 42 Millionen Euro verbaut, solle die Summe nächstes Jahr auf 64 Millionen und bis 2019 auf 78 Millionen Euro ansteigen.