Landesregierung will wissenschaftlichen Corona-Beirat berufen

Erfurt.  Die Thüringer Landesregierung will einen wissenschaftlichen Beirat berufen, der sie in der Corona-Krise beraten soll.

Ministerpräsident Bodo Ramelow (Linke) während der musikalischen Kundgebung "Live ist Life!" im Weimarer Schlosspark Belvedere am Sonntag.

Ministerpräsident Bodo Ramelow (Linke) während der musikalischen Kundgebung "Live ist Life!" im Weimarer Schlosspark Belvedere am Sonntag.

Foto: Sascha Fromm

Die Landesregierung will diese Woche einen wissenschaftlichen Beirat einsetzen, der sie in der Corona-Krise berät. Ihm sollen mindestens zwölf Professoren angehören. Alle aktuellen Entwicklungen im kostenlosen Corona-Liveblog.

Unter den Kandidaten befinden sich der Jenaer Infektiologe Mathias Pletz und die Erfurter Psychologin Cornelia Betsch, die bereits an Kabinettssitzungen teilnahmen. Die Leitung soll Petra Dickmann übernehmen. Die Medizinerin ist Expertin für Risikokommunikation.

Auf der internen Liste von Staatskanzleiminister Benjamin Hoff (Linke) stehen darüber hinaus noch Intensivmediziner, Medizinethiker, Bildungsforscher, Wirtschaftswissenschaftler und Digitalisierungsexperten. Aus der SPD gab es intern Kritik, dass das halbe Gremium aus Medizinern bestehe. Dagegen fehlten Volkswirtschaftler oder Verfassungsjuristen.

Beirat soll Empfehlungen an die Landesregierung abgeben.

Hoff wollte sich auf Anfrage nicht zu den Verhandlungen äußern. Es wird jedoch erwartet, dass die Liste bis zur Kabinettssitzung am Dienstag überarbeitet oder ergänzt wird. Laut der Vorlage aus der Staatskanzlei soll der Beirat Anregungen aus den Ministerien aufgreifen und Empfehlungen an die Landesregierung abgeben. Als Kosten für das Gremium wurden vorerst 500.000 Euro angesetzt. Die Summe findet sich im Corona-Gesetzespaket, das in dieser Woche erstmals vom Landtag beraten wird.

Am Montag werden erneut einige Einschränkungen gelockert, mit denen die Ausbreitung des Corona-Virus gebremst werden sollte. So können neben Friseuren nun auch Geschäfte mit einer Verkaufsfläche von mehr als 800 Quadratmetern öffnen. Die Abschlussklassen der Haupt- und Realschulen dürfen zurück an ihre Schulen, ebenso die Zehntklässler am Gymnasium.

Allerdings bleiben unter anderem Restaurants geschlossen, auch das Kontaktverbot gilt weiterhin. Am Samstag protestierten mehrere hundert Menschen in Erfurt, Gera und Weimar teilweise unangemeldet gegen diese Maßnahmen.

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