Lothar de Maiziére zu Einheitsfestakt auf dem Brocken

Südharz  Lothar de Maizière hält die Festrede. Harzklub lädt auch zu sieben geführten Wanderungen ein

Der letzte DDR-Ministerpräsident Lothar de Maizière hält die Festrede.

Der letzte DDR-Ministerpräsident Lothar de Maizière hält die Festrede.

Foto: dpa

Der höchste Berg Norddeutschlands, der Brocken, einst im Sperrgebiet gelegen, war 28 Jahre lang für die Menschen aus Ost und West unerreichbar. An wohl keiner anderen Stelle im Harz wird die Wiedervereinigung so beispielhaft sichtbar und erlebbar. Seit 27 Jahren wird am 3. Oktober auf dem Brocken an die Wiedervereinigung mit geführten Wanderungen und einer Gedenkfeier erinnert.

Veranstalter ist der Harzklub, in dem über 13 000 Menschen aus Niedersachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen organisiert sind. In diesem Jahr blickt der Harzklub voller Stolz auf 27 Jahre Deutsche Einheit zurück, denn er war der erste Verein, der sofort nach der Öffnung der innerdeutschen Grenze wieder flächendeckend im Harz tätig wurde.

„Von Anfang an war es das Ziel, den Wandertourismus länderübergreifend neu zu beleben. Heute ist die Deutsche Einheit für uns alle längst zur Selbstverständlichkeit geworden. Umso mehr ist es wichtig, an die Zeit zu erinnern, als eine unüberwindbare Grenze den Ost- und den Westteil des Harzes voneinander trennte und der Brocken in weite Ferne gerückt war“, sagt Annett Drache, Geschäftsführerin des Harzklubs.

Die traditionelle Veranstaltung am 3. Oktober auf dem Brocken wird genutzt, um Rückblick auf die turbulente Zeit der Wende zu halten und gemeinsam den 27. Jahrestag der Deutschen Einheit zu feiern. Dazu lädt der Harzklub alle Wanderfreunde herzlich ein.

Der offizielle Teil beginnt wie immer mit einer Gedenkfeier am Wolkenhäuschen um 11 Uhr. Hier spricht der Präsident des Harzklubs, Oliver Junk. Anschließend treffen sich alle Vereinsmitglieder, Freunde und Gäste zu einer Festveranstaltung im Goethesaal des Brockenhotels. „Wir freuen uns sehr, dass sich Dr. Lothar de Maizière bereit erklärt hat, die Festrede zu halten“, so Annett Drache. Vom 12. April bis 2. Oktober 1990 war de Maizière der erste demokratisch gewählte und zugleich letzte Ministerpräsident der Deutschen Demokratischen Republik. Der gebürtige Nordhäuser war maßgeblich an den Vorbereitungen zum Beitritt der DDR zur Bundesrepublik Deutschland beteiligt.

Die musikalische Umrahmung der Veranstaltung übernehmen in diesem Jahr die Harzer Jodelmeisterin Marina Hein und die Blaskapelle des Harzklub-Zweigvereins Hannover.

Zu den Kommentaren
Im Moment können keine Kommentare gesichtet werden. Da wir für Leserkommentare in unserem Internetauftritt juristisch verantwortlich sind und eine Moderation nur während unserer Dienstzeiten gewährleisten können, ist die Kommentarfunktion wochentags von 22:00 bis 08:00 Uhr und am Wochenende von 20:00 bis 10:00 Uhr ausgeschaltet.