Matthias Jendricke als Nordhäuser Landrat vereidigt

Nordhausen. Seit dem 30. Juni, 16.10 Uhr, hat der Landkreis Nordhausen nun auch offiziell einen neuen Landrat. Gisela Hartmann (Grüne) ist ältestes Mitglied im Kreistag und zufällig auch seit langem mit Matthias Jendricke (SPD) privat befreundet. Sie nahm dem neuen Kreischef den Amtseid ab. Zugleich rückte der Gudersleber Bürgermeister Jens Schlichting (SPD) in den Kreistag nach. Jendricke hat qua Amt sein Mandat abgegeben.

Matthias Jendricke leistet den Amtseid als Landrat. Fotos: Thomas Müller

Matthias Jendricke leistet den Amtseid als Landrat. Fotos: Thomas Müller

Foto: zgt

<p>Angesichts des noch geplanten Sommerfestes im Anschluss an die Sitzung fiel die erste Rede Jendrickes recht knapp aus. Er kündigte an, die Strukturen von Vorgängerin Birgit Keller (Linke) übernehmen zu wollen. Hingegen wird er an Strukturveränderungen anderer Art vielleicht nicht vorbeikommen. Am 22. September will das Land sich positionieren, wie es mit der Kreisgebietsreform weitergeht (wir berichteten). Darauf müsse der Landkreis dann reagieren. </p> <p>Jendricke betonte, dass es lediglich Gespräche mit dem Kyffhäuserkreis gebe. Sömmerda sei als möglicher Partner von Nordhäuser Seite nicht im Gespräch. Fest stehe, eine Reform gebe es nicht von heute auf morgen. Noch habe er Zweifel, dass die Regierung einen solchen Kraftakt noch in dieser Wahlperiode stemmen könne.</p> <p>Deutlich wichtiger ist für den Neuen nun die Haushaltskonsolidierung. Der Gutachter, dessen Arbeit das Land bezahlt hatte, habe wenig Überraschendes vorgelegt. Der Landkreis Nordhausen habe Bedarfszuweisungen von 3,9 Millionen Euro beim Land beantragt. Inzwischen wisse man, dass andere Landkreise weit höhere Summen bräuchten.</p> <p>Zum Thema Schulentwicklungskonzeption kündigte Jendricke an, im September die Konzeption selbst vorzulegen und zugleich erste konkrete Beschlüsse, Schulen zu sanieren. Parallel möchte er dem Kreistag empfehlen, die baulich nicht intakte Wiedigsburghalle auch über den Leasingzeitraum hinaus zu nutzen, um Fördermittelanträge stellen zu können. Dabei könne die kreiseigene Servicegesellschaft eine Rolle spielen.</p> <p>Gut gemanagt werde im Südharz derzeit die Unterbringung von Flüchtlingen. Dafür dankte der Landrat unter anderem dem Schrankenlos-Verein und seiner Stellvertreterin Jutta Krauth (SPD). 500 Asylsuchende würden Ende des Jahres im Landkreis leben, so die Prognose. Dafür werde die eigene Liegenschaft in der Grimmelallee ertüchtigt sowie ein weiteres Gebäude. Das Geld für die Sanierung stamme nicht aus Töpfen für andere Vorhaben, trat er entsprechenden Kommentaren im Internet entgegen.</p> <p>Überraschend kündigte Jendricke an, die Allgemeinverfügung zu Freiluftveranstaltungen zurückzunehmen, die der Landkreis unter Birgit Keller erlassen hatte. Damals war ein Aufschrei durch die Rolandstadt gegangen. Das Public Viewing zur Fußball-WM konnte nicht auf dem Petersberg stattfinden.</p> <p>Nicht vergessen sei ein Runder Tisch zum Gipsabbau im Südharz, wie ihn der Kreistag - ohne Jendrickes Stimme - beschlossen hatte. Es gebe zwar keinen Zeitdruck, aber er werde sich um das Thema kümmern.</p>

Kommentare sind für diesen Artikel deaktiviert.