Migrationsbeauftragte will 500 Flüchtlingen Neustart in Thüringen ermöglichen

Erfurt  Mirjam Kruppa, Thüringens Migrationsbeauftragte, will in den nächsten Jahren 500 Menschen einen Neustart im Freistaat ermöglichen. Ein spezielles Programm soll ihnen dabei helfen.

Mirjam Kruppa ist die Beauftragte für Integration, Migration und Flüchtlinge des Freistaates Thüringen.

Mirjam Kruppa ist die Beauftragte für Integration, Migration und Flüchtlinge des Freistaates Thüringen.

Foto: Peter Michaelis

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Der Weg nach Thüringen soll für sie ohne eine gefährliche Reise über das Mittelmeer möglich sein: 500 Menschen möchte Thüringens Migrationsbeauftragte mit einem Programm des Flüchtlingshilfswerks der Vereinten Nationen in den nächsten fünf Jahren in den Freistaat holen. Die Menschen sollten über ein „Resettlement“-Programm des Hilfswerks nach Thüringen kommen können, sagte die Beauftragte Mirjam Kruppa am Dienstag in Erfurt.

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Konkret könne es sich dabei etwa um Syrer handeln, die vor dem Krieg in ihrem Heimatland bisher in den Libanon oder nach Ägypten geflohen seien und nun dort lebten. „Wir müssen die Möglichkeit schaffen, dass Menschen legal nach Thüringen kommen können“, sagte sie. Der Begriff „Resettlement“ bedeutet Umsiedlung.

Neben Asyl biete die dauerhafte Neuansiedlung für Geflüchtete eine Chance, sich ein neues Leben in Frieden und Sicherheit aufzubauen, heißt es auf der Webseite des UN-Flüchtlingshilfswerks. Besonders schutzbedürftige Flüchtlinge werden dabei aus ihrem Erstaufnahmeland in ein sicheres Land gebracht, das sich bereit erklärt hat, sie aufzunehmen.

Eine Entscheidung für Resettlement werde oft dann getroffen, wenn eine Rückkehr in den Herkunftsstaat auf absehbare Zeit nicht möglich ist, heißt es weiter. Es sei aber auch entscheidend, dass ein dauerhafter Verbleib im Erstzufluchtsstaat nicht zumutbar erscheint, etwa weil besondere Bedürfnisse von Flüchtlingen dort nicht hinreichend befriedigt werden können.

Integration in Thüringer Arbeitsmarkt ging „erstaunlich schnell“

Der Freistaat habe in den vergangenen Jahren eine gute Infrastruktur aufgebaut, die es Menschen mit Migrationshintergrund ermögliche, sich in Thüringen zu integrieren, erklärte Kruppa. So gebe es inzwischen ein Landesprogramm, das Flüchtlingen dabei helfe, Deutsch zu lernen. Diese und andere vorhandenen Möglichkeiten müssten genutzt werden. Das sei umso mehr der Fall, weil Thüringen Zuwanderer brauche, um den Fachkräftebedarf zu decken.

Unterstützung in dieser Einschätzung erhielt Kruppa von einem der Autoren des aktuellen Zuwanderungs- und Integrationsberichts für Thüringen, Frank Kalter. Die Integration in den Thüringer Arbeitsmarkt habe bisher „erstaunlich schnell“ geklappt, sagte Kalter. Flüchtlinge und andere Menschen mit Migrationshintergrund fänden häufig vor allem im Dienstleistungsbereich einen Job. Ihre Löhne seien entsprechend oft niedriger als die von Menschen ohne Migrationshintergrund. „Aber der erste Schritt ist getan“, so Kalter.

Gleichzeitig forderte Kruppa, in den nächsten fünf Jahren auch mehr für die Integration von Menschen aus Osteuropa zu tun, die nach Thüringen zum Arbeiten kommen. Unter diesen Migranten stellten Polen eine große Gruppe dar. Fühlten sich diese Menschen nicht willkommen, zögen sie einfach in andere Bundesländer weiter.

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