Ministerium: Thüringer NPD-Landeschef Wieschke an Hooligan-Demo beteiligt

Eine Demonstration gewaltbereiter Fußballfans ist am Wochenende in Köln eskaliert. Mit dabei waren auch Rechtsextreme aus Thüringen.

Hooligans warfen bei ihrer Demonstration in Köln ein Polizeiauto um. Foto: Thilo Schmülgen/dpa

Hooligans warfen bei ihrer Demonstration in Köln ein Polizeiauto um. Foto: Thilo Schmülgen/dpa

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Erfurt/Köln. An der Hooligan-Demonstration in Köln, die am Sonntag mit Krawallen endete, haben sich Rechtsextreme aus Thüringen beteiligt. NPD-Landeschef Patrick Wieschke habe nach Erkenntnissen des Verfassungsschutzes an dem Aufzug teilgenommen, teilte das Innenministerium am Montag auf Anfrage in Erfurt mit.

Ob nun in Nordrhein-Westfalen auch gegen Thüringer Hooligans ermittelt werde, konnte das Ministerium noch nicht sagen. Doch sei bekannt, dass es auch im Freistaat Verbindungen von Fußballfans zur rechten Szene gebe. Etwa zehn Prozent der in Thüringen bekannten Hooligans seien durch rechtsextreme Umtriebe in Erscheinung getreten.


Laut Ministerium sticht hierbei kein einzelner Fußballverein als besonders belastet hervor. Die Zahl der Fans, die zu Gewalt neigen oder massiv gewaltbereit sind, wurde auf etwa 650 beziffert.


In Köln hatten rund 4500 gewaltbereite Hooligans gemeinsam mit Rechtsextremen gegen Salafisten demonstriert. Bei den Krawallen wurden mindestens 44 Beamte von Landes- und Bundespolizei verletzt; 17 Verdächtige kamen in Polizeigewahrsam.


Nach Erkenntnissen der Linke-Landtagsabgeordneten Katharina König haben außer Wieschke weitere Rechtsextreme aus Thüringen an der Demonstration teilgenommen. "Nach der verpatzten Landtagswahl lässt die NPD nun scheinbar auch ihre letzten Hüllen vom Saubermann-Image fallen, da es nicht mehr viel zu verlieren gibt", erklärte König. Der Protest gegen Salafismus sei allerdings nur ein Vorwand. Vielmehr instrumentalisierten die Demonstranten "das allgemeine Entsetzen über den IS-Terror, um Hass gegen Muslime und Nichtdeutsche zu schüren".