Mohring grenzt sich vorsichtig von Merkel ab

Erfurt  Im Streit mit der CSU stellte sich die gesamte Bundesspitze der CDU demonstrativ hinter ihre Chefin Angela Merkel. Bis auf das Vorstandsmitglied aus Thüringen.

Der CDU-Vorstand stützte mit Ausnahme Mohrings einmütig die Bundeskanzlerin bei ihrer Entscheidung, die CSU-Forderung nach der Abweisung anderswo registrierter Flüchtlinge abzulehnen. Archiv-

Der CDU-Vorstand stützte mit Ausnahme Mohrings einmütig die Bundeskanzlerin bei ihrer Entscheidung, die CSU-Forderung nach der Abweisung anderswo registrierter Flüchtlinge abzulehnen. Archiv-

Foto: Martin Schutt/dpa

Mike Mohring war der Einzige, der sich am Sonntagabend auf der Sitzung des CDU-Bundesvorstandes von der Vorsitzenden und Bundeskanzlerin Angela Merkel auch offiziell abgrenzte – wenn auch vorsichtig. Der Thüringer Partei- und Fraktionsvorsitzende bestätigte dieser Zeitung, dass er sich bei der abschließenden Beschlussfassung enthalten habe.

„Ich stimme Angela Merkel in der Sache zu, bin aber der Meinung, dass wir als CDU der CSU stärker entgegen kommen sollten“, sagte er. „Wir müssen auch hier Brücken bauen, um unserer Schwesternpartei eine gesichtswahrende Lösung zu ermöglichen.“

Der CDU-Vorstand stützte mit Ausnahme Mohrings einmütig die Bundeskanzlerin bei ihrer Entscheidung, die CSU-Forderung nach der Abweisung anderswo registrierter Flüchtlinge abzulehnen. „Einseitige Zurückweisungen wären unserer Ansicht nach das falsche Signal an unsere europäischen Gesprächspartner“, sagte Generalsekretärin Annegret Kramp-Karrenbauer. Allerdings soll neben Mohring auch Bundesgesundheitsminister Jens Spahn stärkere Zugeständnisse an die CSU gefordert haben.

Mohring sagte dieser Zeitung, er gehe weiterhin davon aus, dass es nicht zum endgültigen Bruch von CDU und CSU komme. Deshalb sei es richtig, dass sich Merkel am Montagnachmittag nochmals mit dem CSU-Vorsitzenden und Bundesinnenminister Horst Seehofer treffe. „Die beiden sind die einzigen, die in dieser Situation eine gemeinsame Lösung für die Union erarbeiten können“, sagte er.

Seehofer hatte nach einer dramatischen Sitzung des CSU-Vorstands in der Nacht zu Montag seinen bereits intern angekündigten Rücktritt als Parteichef und Bundesinnenminister wieder aufgeschoben und von den Gesprächen mit Merkel abhängig gemacht.

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