Nach dem Tarifabschluss: Minister will mehr Stellen streichen

Erfurt. Thüringer Lehrer bekommen als Angestellte im öffentlichen Dienst 5,6 Prozent mehr Gehalt und nun 30 Tage Urlaub. Das wurde im Tarifstreit der Länder ausgehandelt.

Wolfgang Voß (CDU) spricht vor der Staatskanzlei zu Thüringer Landesbediensteten, die im Tarifstreit nicht locker lassen wollen. Foto: dpa

Wolfgang Voß (CDU) spricht vor der Staatskanzlei zu Thüringer Landesbediensteten, die im Tarifstreit nicht locker lassen wollen. Foto: dpa

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"Ein gutes Ergebnis, dass die Mitglieder freuen wird," nennt das Torsten Wolf, der Thüringer Chef der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW).

Thüringens Finanzminister Wolfgang Voß (CDU) hingegen nennt das Ergebnis "überzogen" und kündigt einen weiteren Stellenabbau an.

Bislang sieht sein Konzept vor, im laufenden und kommenden Jahr insgesamt 8818 Thüringer Stellen im öffentlichen Dienst anzubauen. Nun sieht er sich veranlasst, 11.500 Stellen abzubauen, um den Tarifabschluss finanzieren zu können. Nach Angaben des Finanzministeriums arbeiten in Thüringen insgesamt 21.148 Lehrer. Knapp 9000 davon sind keine Beamten, sondern im öffentlichen Dienst beschäftigt und vom Stellenabbau betroffen

Torsten Wolf kritisiert dieses Vorgehen scharf. Er sagt: "Dann arbeitet der Finanzminister auch dafür, dass künftig an den Schulen noch mehr Unterricht ausfällt. "Der GEW-Chef verweist darauf, dass bis zum Jahr 2025 die Anzahl der Schüler in Thüringen annähernd gleich bleiben wird, und sagt: "Eine komplette Schülergeneration ist von der Sparwut dieser Landesregierung betroffen. Kinder, deren Eltern sich keine Nachhilfe leisten können, um den Ausfall an Unterricht wett zu machen, werden damit ihrer Zukunft beraubt. Das wird für die Eltern garantiert ein wichtiger Punkt ihrer Entscheidung bei der Landtagswahl."

Auch für die tarifbeschäftigten Lehrer ist noch nicht alles entschieden. Es geht um Lohnunterschiede zwischen angestellten und verbeamteten Lehrern. Es fehlt eine Entgelt-Ordnung für alle. Falls die Benachteiligten der GEW signalisieren, dass sie darum kämpfen wollen, gibt es neue Streiks an Schulen, womöglich bereits Ende Mai.

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