Nachwuchs begrüßt Postenverteilung

Erfurt  Jusos, Linksjugend und Grüne Jugend fordern rot-rot-grüne Harmonie bei der Dezernentenwahl

Die Nachwuchs-Organisationen von SPD, Linken und Grünen empfehlen ihren Stadträten, die im Sommer begonnene Verteilung der drei neu zu wählenden Dezernentenposten konsequent, aber ohne Streit fortzusetzen. Die Kandidatenvorschläge der jeweils anderen Parteien sollten im Vertrauen auf die richtige Auswahl mitgetragen werden, sagt der Juso-Chef Alexander Schwenk.

Nach dem Verständnis von Jusos, Linksjugend und Grüner Jugend stünden der Linkspartei zwei Beigeordnete und den Grünen eine Beigeordnetenstelle zu. „Die SPD ist ja schon bedient“, sagt Schwenk und verweist auf die beiden weiter amtierenden SPD-Dezernenten.

Schwenk stört sich nicht an der durch die drei Parteien angestrebten Verteilung der Posten noch vor der Sichtung der Kandidaten, die von Außenstehenden als Postengeschacher kritisiert wurde. Lediglich der dabei entstandene Streit mache den Nachwuchs-Politikern Sorge. Denn sie bekennen sich zur Fortsetzung der rot-rot-grünen Koalition und fürchten, dass ein Dezernent, der nicht dem Vorschlag der aus ihrer Sicht „berechtigten“ Partei entspricht, das Ende von Rot-Rot-Grün in Erfurt einläuten könnte.

Ihr Aufruf, der bereits an die rot-rot-grünen Fraktionen verschickt wurde, soll laut Schwenk vor den Folgen warnen, die die Dezernentenwahlen für die Mehrheiten der nächsten Jahre haben. Einen CDU-Dezernenten schließen die Nachwuchs-Organisationen aus. Parteibücher würden nach Idealen und Überzeugungen gewählt, meint Schwenk. „Mit der CDU hat ein progressiver, ein sozialer, ein gerechter Stadtrat keine Chance auf Veränderung; und für eine progressive Politik, für die wir gemeinsam stehen, erst recht nicht“, heißt es in dem Aufruf an die Stadträte. Egal, wie kompetent ein CDU-Kandidat sei: „Es gibt immer auch eine gleichfalls kompetente Person aus dem rot-rot-grünen Raum“, fügt Schwenk am Telefon hinzu.

Der Aufruf gelte auch für den Fall, dass der SPD-Oberbürgermeister Andreas Bausewein wie angekündigt einen CDU-Kandidaten vorschlägt. „Aber noch hat er ja Zeit, in sich zu gehen“, meint Schwenk.

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