Neonazis kippen Speisereste des Rechtsrock-Konzerts vor Haus des Bürgermeisters von Magdala

Magdala  Nachdem das geplante Neonazi-Konzert am Wochenende in Magdala verboten wurde, haben offenbar enttäuschte Teilnehmer Essensreste vor dem Haus des Bürgermeisters abgeladen.

Neonazis beim Konzert in Apolda.

Neonazis beim Konzert in Apolda.

Foto: Kai Mudra

Inhalt 
ARTIKEL AUF EINER SEITE LESEN >

Enttäuschte Teilnehmer des Neonazi-Konzerts „Rock gegen Überfremdung“ haben offenbar größere Mengen Speisereste vor dem Haus des Bürgermeisters in Magdala abgeladen. Ein auf Twitter verbreitetes Foto zeigt mindestens vier Personen, die Eimer mit Essensresten vor der Toreinfahrt von Mario Haßkarl (CDU) auskippen. Sie entladen die Eimer von einem Kleinlaster, der wahrscheinlich für das Konzert-Catering genutzt wurde.

Thüringens Ministerpräsident Bodo Ramelow (Linke) kommentierte auf Twitter: „So gehen Nazis mit frei gewählten Bürgermeistern um, und so akzeptieren diese Leute die Demokratie und den Rechtsstaat.“

Das geplante Rechtsrock-Konzert musste am vergangenen Freitag kurzfristig von Magdala nach Apolda verlegt werden, da die Gemeinde vor dem Amtsgericht Weimar ein Nutzungsverbot für den einzigen Feldweg erwirkt hatte, der zum Konzertgelände führt. Die Veranstalter mussten daraufhin kurzfristig auf den Marktplatz in Apolda ausweichen, wo statt erwarteten mehrere Tausend Teilnehmern lediglich 800 zum Konzert kamen.

Thüringens Innenminister Georg Maier (SPD) wertete das als wirtschaftlichen Erfolg: „Es ist uns gelungen, die Gelddruckmaschine zu stoppen.“ Tatsächlich scheint der Anmelder der Veranstaltung in finanziellen Schwierigkeiten zu stecken. Auf Twitter werden Anhänger der rechtsextremen Szene dazu aufgerufen, das Veranstaltungshemd zum Konzert zu kaufen und einen selbstgewählten Betrag dafür zu zahlen. „Es können 15 Euro oder auch 100 Euro sein. Jeder Betrag ist willkommen...“ Für den Veranstalter könne es ansonsten den „finanziellen Ruin“ bedeuten.

Verlegtes Rechtsrock-Konzert: Wirtschaftlicher Schlag gegen Neonazis

Videoauswertung zu Flaschenwürfen: 71 Anzeigen gegen Neonazis in Apolda

Abbruch des Hasskonzerts ist eine Schlappe für Rechtsextreme, aber es bleiben einige Fragen

Inhalt 
ARTIKEL AUF EINER SEITE LESEN >
Kommentare sind für diesen Artikel deaktiviert.