Neuer Eklat in der AfD: Lucke greift Thüringer Landeschef an

Erfurt. Bundesvorstand fordert Thüringer Landeschef zu juristischen Schritten gegen behauptete NPD-Nähe auf. Björn Höcke weist Vorwürfe zurück und wirft Parteichef Bernd Lucke vor, die Partei zu spalten.

Der Landesvorsitzende der Thüringer AfD, Björn Höcke. Archivfoto: Marco Kneise

Der Landesvorsitzende der Thüringer AfD, Björn Höcke. Archivfoto: Marco Kneise

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Der Bundesvorstand der Alternative für Deutschland hat den Landesvorsitzenden der Thüringer AfD, Björn Höcke, am Donnerstagabend in einem internen Schreiben aufgefordert, juristisch gegen Behauptungen vorzugehen, er habe unter Pseudonym Texte in Publikationen der rechtsextremen NPD veröffentlicht.

„Ich habe niemals Artikel in NPD-Postillen verfasst, auch nicht unter einem Pseudonym“, erklärte Björn Höcke gegenüber der Thüringer Allgemeine. Eine vom Bundesvorstand geforderte eidesstattliche Versicherung werde er dennoch nicht unterschreiben. „Ich finde dieses Vorgehen unerträglich. Ich entscheide selbst, wann und in welcher Form ich gegen diesen Blogger juristisch vorgehe“, sagte Höcke. Ein Blogger hatte im Internet mehrfach behauptet, Höcke habe unter dem Tarnnamen Landolf Ladig Texte in NPD-Publikationen veröffentlicht.

Zu dem Schreiben des Bundesvorstandes erklärte der Thüringer AfD-Vorsitzende: „Dieser Brief trägt zur Spaltung bei. Ich weiß nur nicht, ob Herr Lucke das willentlich macht. Ich weiß nicht, warum er spalten will.“

Wenige Wochen vor dem Bundesparteitag im Juni ließ Höcke zudem erhebliche Zweifel an Luckes Führungsqualität erkennen. Er erwarte, dass Parteichef Lucke „öffentlich ein klares Bekenntnis zu den ostdeutschen Landesverbänden mit ihrem speziellen Gepräge sowie zu dem konservativen Flügel der AfD abgibt“.

Höcke: „Wenn Herr Lucke das nicht leisten kann, zeigt er, dass er nicht die integrierende Kraft hat, die es braucht, diese Partei zusammenzuhalten. Dann kann Herr Lucke die AfD in Zukunft nicht mehr führen. Ich glaube übrigens nicht, dass Herr Lucke das Ausmaß der politischen Krise, die auf uns zukommt, in ihrem ganzen Ausmaß realisiert.“

Seit Freitag schließt Höcke nicht mehr aus, auf bundespolitischer Ebene stärker mitwirken zu wollen. Bisher habe er „kein Interesse am Bundesvorstand“ gehabt. „Aber mittlerweile sind wir an einem Punkt angekommen, an dem ich eher sagen würde: Sag niemals nie.“

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