Nordhäuser debattierten über Einführung eines Bürgertickets

Nordhausen. Der dritte Workshop zum Projekt „Zukunftsstadt Nordhausen“ führte Montag Abend wieder über 50 Interessierte in den dafür bestens geeigneten Ratssaal der Stadtbibliothek. Wie können Stadt und Umland gemeinsam zukunftsfähig mobil gemacht werden?, hieß das Thema.

Vertreter der Hochschule und Nordhäuser Verantwortungsträger tauschten sich aus über Zukunftsfragen. Foto: Olaf Schulze

Vertreter der Hochschule und Nordhäuser Verantwortungsträger tauschten sich aus über Zukunftsfragen. Foto: Olaf Schulze

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Nordhausen als „Modellstadtregion für energetischen Wandel“ und die Vision „Nordhausen 2030+“ waren Schlagworte, die schon die Dimension des Projektes verdeutlichen, mit dem sich die Stadt um eine ansehnliche Fördersumme bewirbt.

Zahlreiche Professoren und Studenten der Nordhäuser Hochschule waren gekommen, aber auch Verantwortungsträger Nordhäuser Betriebe, Stadträte und Angehörige verschiedener städtischer Ämter, mehrheitlich aber aus dem für Zukunftsfragen. In drei Arbeitsgruppen standen die Themen „Nordhausens Nahverkehr – gesichert in die Zukunft“, „Nordhausen gemeinsam mobil“ und „Nordhausens Straßen – sicher und lebenswert“ auf der Tagesordnung.

Schon beim kurzen Eingangsvortrag des Erfurter Professors Matthias Gather zum ÖPNV und seiner vermutlichen Entwicklung tauchten Fragen nach der zeitlichen Verfügbarkeit und Finanzierung auf. Anwesende Bürger aus Obersachswerfen und Krimderode stellten die Frage noch etwas genereller, denn dort findet der ÖPNV nicht mehr statt. So entwickelt sich in der Arbeitsgruppe die Frage, wie die Bürger ihre Kreisstadt erreichen sollen, zu einer der drängendsten.

Positiv betrachtet schaue aber ganz Deutschland nahverkehrstechnisch wohlwollend auf die Nordhäuser Hybridbahn, die aus der Straßenbahn einen Vorortzug mache, lobte der Moderator des federführenden Büros Stadt-Labor aus Leipzig. Die Nordhäuser Hochschule scheint für die angesprochenen Probleme bestens gerüstet, verfügt sie doch beispielsweise über einen Studiengang „Energetisch-ökologischer Stadtumbau“.

Noch bevor der zweite Vortrag von Mathias Wilde, Professor an der Frankfurter Goethe-Uni, beginnen konnte, erläuterte das Auditorium angeregt die Möglichkeiten eines Bürger­tickets, das mühsamen Fahrkartenerwerb überflüssig machen soll. Finanzieren ließe sich ein solches Modell praktischerweise über zusätzliche Abgaben oder Steuern der Bürger, bestenfalls aber über ein prall gefülltes Stadtsäckel. Welche Möglichkeiten die Kreisstadt dafür bietet, wurde neben vielen anderen Fragen bis 22 Uhr beraten. In der Pause gab es zur Stärkung eine rote Linsensuppe – natürlich vegan.