Osten schrumpft nicht mehr: Jena und Erfurt mit Zuwächsen

Berlin. Jena und Erfurt haben nicht unwesentlich dazu beigetragen, dass die Abwanderung der Bürger von Ost nach West erstmals gestoppt wurde.

Erfurt hat mit seinen vielen Zuzügen nicht unwesentlich dazu beigetragen, dass die Abwanderung der Bürger von Ost nach West erstmals gestoppt wurde. Foto: Marco Kneise

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Jena und Erfurt haben nicht unwesentlich dazu beigetragen, dass die Abwanderung der Bürger von Ost nach West erstmals gestoppt wurde. Das geht aus einer Studie hervor die am Dienstag vom Berlin Institut vorgestellt wurde. Die fünf neuen Länder ziehen immer Menschen aus dem Westen und aus dem Ausland an.

Neben den beiden erwähnte Großstädten gehören auch Ettersburg, Tüttleben und Hummelshain – gemessen an ihrer Einwohnerzahl – zu den Gewinnern des Trends. Sie profitieren vor allem von den Menschen, die dort ihren Ruhestand verbringen wollen.

Allerdings verlieren in den ostdeutschen Flächenländern weiterhin 85 Prozent der Gemeinden Bewohner. In Thüringen gehört nur Suhl zu den Städten, die weiter schrumpfen.

Ilmenau zieht die meisten Studenten an

Hauptsächlich die jungen Menschen zieht es in die Bildungszentren.

In Thüringen sind es Schmalkalden, Weimar, Erfurt, Ilmenau, Gotha und Gera, wobei Ilmenau in Relation zur Einwohnerzahl die meisten Studenten anzieht.

Außer in der Landeshauptstadt sowie in Gotha gelingt es aber keiner dieser Städte, die jungen Menschen nach dem Abschluss ihres Studium am Ort zu binden, die somit Heimat auf Zeit bleiben.

Nach Reiner Klingholz, Chef des Instituts, bietet der ländliche Raum den Flüchtlinge viele Vorzüge. So könnten Schulen erhalten und kleine Unternehmen entstehen. Auch sei die Integration mit dem Vereinsleben bis hin zur Freiwilligen Feuerwehr leichter möglich. Es bleibe aber abzuwarten, in wie weit es die Flüchtlinge später in den Westen und in die Großstädte zieht, wo sie ihre sozialen Netzwerke besitzen.

Iris Gleicke: Osten hat sich mit Westhilfe nicht die Klodeckel vergoldet

Die Ost-Beauftragte der Bundesregierung, Iris Gleicke (SPD) aus Schleusingen, warf launisch ein, dass sich der Osten mit der großzügigen Westhilfe nicht die Klodeckel vergoldet hätte, sondern hervorragende Förderinstrumente geschaffen habe. Nun müssten nach den Studien- die Arbeitsplätze geschaffen werden.

Durch den Weggang von 1,8 Millionen Menschen in den Western und der Babypause wird schon 2030 im Osten dreißig Prozent der Menschen älter als 64 Jahre sein. Im Westen wird dieser Punkt erst 2060 erreicht.

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