Parität und TLM erhalten Zuschlag für Defensionskaserne in Erfurt

Erfurt. Die Parität und die Landesmedienanstalt (TLM) dürfen die Defensionskaserne kaufen und entwickeln. Mit 25 zu 21 Stimmen bei zwei Enthaltungen votierte der Stadtrat am Mittwoch knapp für die entsprechende Vorlage der Stadtverwaltung.

Eine knappe Mehrheit entschied sich für das Büro-Konzept auf dem Erfurter Petersberg. Foto: Susann Fromm

Eine knappe Mehrheit entschied sich für das Büro-Konzept auf dem Erfurter Petersberg. Foto: Susann Fromm

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Damit setzte sich ein Büro-Konzept durch, das selbst die engagiertsten Befürworter nicht aus vollem Herzen mittragen, das aber zugleich die Sanierung des historischen Gebäudes als aussichtsreich erscheinen lässt.

Das bessere Konzept des Kulturquartiers gegen die solidere Finanzierung von Parität und TLM - die seit Monaten währende Diskussion wurde am Mittwoch fortgesetzt. Unvorhersehbar wurde die Entscheidung, da die größte Fraktion SPD ungefähr in der Mitte geteilt war.

"Es geht nicht darum, wer die dickste Marie hat, sondern um das, was wir auf dem Petersberg wollen", sagte Wolfgang Beese und plädierte für das Kulturquartier. "Ich habe schon Dutzende schöne Konzepte für die Kaserne gesehen, aber keines hat geklappt", sagte Birgit Schuster und gab ihre Stimme der Parität und der TLM. Fünf SDP-ler und ein Linker stimmten am Ende für die Vorlage.

Oberbürgermeister Andreas Bausewein (SPD) hatte für die Vorlage geworben und drang auf eine Entscheidung. Seit Jahrzehnten würde über die Kaserne diskutiert. Dass Teile der SPD eine andere Meinung hätten, sei "möglich, wenn auch nicht ausdrücklich erwünscht", sagte er.

CDU stimmte mit der Verwaltung

Falle keine Entscheidung, passiere entweder gar nichts, drohte der Stadtentwicklungsdezernent Uwe Spangenberg (SPD). "Oder wir müssen ins Stadtsäckel greifen, was wir nicht im Ansatz können."

Die Verwaltung sah sich auf einer Linie mit der CDU. "Wir sind gewählt, um Entscheidungen zu treffen", sagte Jörg Kallenbach. An den Fakten habe sich nichts geändert. Wie er bezweifelte Helmut Besser (Freie Wähler), dass der Verein die Sanierung bewältigen könnte.

"Der Großteil meiner Fraktion ist für das Kulturquartier", sagte hingegen der Linke-Fraktions-Chef André Blechschmidt. Die Parität könne nicht das Leben auf den Petersberg bringen, das er sich vorstelle. Er wies zudem darauf hin, dass eine Ablehnung der Vorlage noch alle Möglichkeiten offen ließe.

Der Grünen-Fraktionschef Alexander Thumfart warf der Parität und der TLM vor, bei den Verhandlungen mit dem Kulturquartier um eine gemeinsame Nutzung "sich nicht ein Stück bewegt" zu haben.

Fünf Vereine hatten offenbar noch in letzter Minute einen Brief an den Oberbürgermeister geschrieben. Der Tourismusverein, die Buga-Freunde, die Ega-Freunde, "Wir für Erfurt" und das Citymanagement baten darin um ein Moratorium, also um eine Vertagung - vergeblich.

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