Pläne des Innenministeriums: Die Tage des Thüringer Polizei-Corsas sind gezählt

Erfurt  Innenminister Georg Maier deutet auf das nahende Ende des kleinen Dienstfahrzeugs für die Kontaktbereichsbeamten hin. Neue Dienstautos sollen angeschafft werden.

161 Opel Corsa wurden im Mai 2009 auf dem Erfurter Domplatz der Polizei übergeben.

Foto: Kai Mudra

„Dafür bin ich bekannt und gefürchtet in meinem Ministerium, dass mir plötzlich etwas einfällt, das dann andere wieder ausbaden müssen.“ Innenminister Georg Maier (SPD) hatte vor dieser Bemerkung vergangenen Donnerstag vom nahenden Ende des Opel Corsas in der Dienstflotte der Thüringer Polizei gesprochen.

Das liege in der Natur der Sache, erklärte er. „Diese Fahrzeuge wurden alle in einem Ruck angeschafft und die sind jetzt durch.“ Denn die 161 Corsa rollen seit Mai 2009 als Dienstautos durchs Land. Damals erworben, um die Kontaktbereichsbeamten mit einem kleinen Fahrzeug auszustatten. Und die meisten dieser Beamten fahren ihren Corsa noch immer.

Gute Technik ist auch eine Frage des Respekts

Diese Flotte müsse jetzt nachgerüstet werden und das sollte dann ein Fahrzeug sein, was dem Kontaktbereichsbeamten auch einmal die Möglichkeit gebe, „die Verfolgung aufzunehmen“, so der Minister. Wenngleich das nicht vorrangig die Aufgabe dieser Beamten sei, schränkte er ein. Sie sind die Ansprechpartner für die Menschen in den Regionen.

Bis wann und wie die neuen Dienstautos für die Kontaktbereichsbeamten beschafft werden sollen, dazu äußerte sich der Minister nicht.

Allerdings machte er deutlich, dass es nicht wieder ein so kleines Auto sein sollte. Niedlich werde nicht unbedingt mit Polizei verbunden, so Georg Maier: „Wir wollen Respekt ausstrahlend wirken.“ Die Corsas waren bereits kurz nach der Beschaffung in die Kritik geraten. So hatte das Innenministerium 2009 darauf verzichtet, die Fahrzeuge mit Funk auszurüsten.

Wegen des kleinen Fahrgastraums ist es für die Beamten schwierig, hinter dem Lenkrad Platz zu nehmen, wenn sie ihre komplette Ausrüstung angelegt haben.

Minister Maier verweist darauf, dass das so genannte weiche Faktoren seien. Wenn ein Arbeitgeber, also auch das Innenministerium, seine Polizisten mit guter Technik, mit funktionierenden Geräten ausstatte, dann habe das auch etwas mit Respekt vor deren Leistung zu tun.

Der Minister äußerte sich am Donnerstag bei der Gewerkschaft der Polizei in Thüringen (GdP) zu Ergebnissen einer Befragung zur „gesunden Arbeit“. Die Befragung im Auftrag der GdP hatte ergeben, dass knapp die Hälfte der Beschäftigten bei der Thüringer Polizei den psychischen Druck im Dienst zunehmend als Belastung empfinden. Georg Maier bot der GdP an, mit einer Dienstvereinbarung zum Gesundheitsmanagement die Probleme gemeinsam in Angriff zu nehmen.

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