Protest gegen Kemmerich-Wahl: Tausende Teilnehmer bei Großdemo in Erfurt erwartet

Erfurt.  Gewerkschaften und andere Organisationen haben für Samstag zu einer Demonstration auf dem Erfurter Domplatz aufgerufen. Die Veranstalter erwarten mehrere tausend Teilnehmer.

Bereits in der letzten Woche gab es in Erfurt zahlreiche Demonstrationen gegen die Wahl von Thomas Kemmerich zum Thüringer Ministerpräsidenten.

Bereits in der letzten Woche gab es in Erfurt zahlreiche Demonstrationen gegen die Wahl von Thomas Kemmerich zum Thüringer Ministerpräsidenten.

Foto: Sascha Fromm

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Trotz des inzwischen erfolgten Rücktritts des auch mit AfD-Stimmen gewählten Ministerpräsidenten Thomas Kemmerich (FDP) geht der Protest weiter. Gewerkschaften und andere Organisationen und Gruppen wollen sich unter der Überschrift „#Nichtmituns: Kein Pakt mit Faschist*innen – niemals und nirgendwo!“ am Samstag (13 Uhr) auf dem Domplatz in Erfurt versammeln und durch die Stadt marschieren.

DGB: Kemmerich-Wahl "klarer Tabubruch"

Michael Rudolph, Vorsitzender des DGB Bezirks Hessen-Thüringen, bezeichnete am Donnerstag die Wahl als „klaren Tabubruch“. Die daraufhin erfolgten spontanen Demos und Aktionen seien eine wichtige Reaktion gewesen, die zum Rücktritt Kemmerichs geführt hätten.

Jetzt müssten die Herausforderungen des Landes angegangen werden, dazu gehöre unter anderem die Einkommensunterschiede zu westlichen Bundesländern zu überwinden. Er rechne bei der Demonstration mit "mehreren tausend Teilnehmern", sagte Rudolph.

„Die AfD ist Teil des Problems und nie Teil der Lösung“, so Anna Spangenberg vom Sprecherteam der Bewegung #unteilbar. „Wir widersetzen uns der Normalisierung von nationalistischen und rassistischen Positionen und Handlungen - und treten entschieden für eine offene und solidarische Gesellschaft ein. Diese Haltung eint uns trotz aller Unterschiede.“

Bisher keine Gegendemos zu Großdemo in Erfurt erwartet

Konrad Erben, Mitglied der Initiative Schwarze Menschen in Deutschland, meinte, 75 Jahre nach Kriegsende drohten die politischen Verhältnisse wieder nach rechts zu kippen. „Es ist an uns, ob wir zulassen, dass rechte Menschenfeinde und falsche Demokraten das Heft des Handelns an sich reißen.“

Auch umweltpolitische Aspekte sollen am Samstag eine Rolle spielen. „Wenn wir fordern, die Klimakrise aufzuhalten, dann bedeutet das für uns, eine lebenswerte Zukunft für Menschen überall auf der Welt einzufordern“, erklärte Annika Liebert von Fridays for Future Erfurt.

Die Demonstration soll um 13 Uhr auf dem Domplatz in der Landeshauptstadt starten, nach einer Auftaktkundgebung ziehen die Demonstranten durch Teile der Innenstadt. Aus der Bundespolitik hat Linken-Chefin Katja Kipping ihre Teilnahme angekündigt. Insgesamt sind nach Informationen dieser Zeitung etwa 10.000 Teilnehmer angemeldet.

Informationen zur Route

  • Start am Domplatz
  • Lauentor
  • Maximilian-Welsch-Straße
  • Bonemilchstraße
  • Bonifaciusstraße
  • Walkmühlenstraße
  • Dalbergsweg
  • Karl-Marx-Platz
  • Neuwerkstraße
  • Anger
  • Bahnhofstraße
  • Juri-Gagarin-Ring
  • Am Haus der sozialen Dienste endet die Demonstrationsroute.

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Bereits in der vergangenen Woche gab es Demonstrationen gegen die Wahl von Kemmerich mit der Hilfe der AfD:

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