Kita-Betreuung

Qualität statt Beitragsfreiheit für Thüringer Kitas gefordert

Erfurt.  Ab Dezember sollen die Bundesmilliarden für bessere Kitas fließen. Sozialverbände fordern Investition in mehr Qualität, statt in ein weiteres beitragsfreies Jahr.

Thüringen braucht in den nächsten Jahren 8000 Fachkräfte zusätzlich in den Kitas.

Thüringen braucht in den nächsten Jahren 8000 Fachkräfte zusätzlich in den Kitas.

Foto: Waltraud Grubitzsch / dpa

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Mit Blick auf die Bundesmilliarden für bessere Kita-Betreuung hat der Paritätische Thüringen seine Kritik gegenüber den Plänen von Linken, SPD und Grünen für ein weiteres beitragsfreies Kita-Jahr erneuert. Statt dessen plädieren die Sozialverbände für eine Investition in eine bessere Qualität der Betreuung. Das erste kostenfreie Kita-Jahr kostet in Thüringen rund 30 Millionen Euro. Man müsse schauen, wie sich die angestrebten Verbesserungen auf die Arbeit in den Einrichtungen auswirken und entsprechend nachjustieren, so so Vizegeschäftsführer des Paritätischen, Steffen Richter. Nach Berechnungen der Liga der Freien Wohlfahrtspflege Thüringen könnte man für die Kosten eines zweiten beitragsfreien Kitajahres 650 Fachkräfte in den Kitas einstellen.

Skeptisch sieht der Paritätische nach wie vor die unterschiedlichen Personalschlüssel für die Drei-bis Sechsjährigen. Um den Verwaltungsaufwand zu reduzieren schlägt er zunächst einen einheitlichen Schlüssel von einer Fachkraft für zwölf Kinder vor. Für qualitativ hochwertige Betreuung sei allerdings ein Betreuungsverhältnis von 1:9 notwendig, wofür die Bundesmittel besser eingesetzt seien.

Nachdem in dieser Woche Hessen als letztes Bundesland die Vereinbarung unterzeichnet hatte, kündigte Bundesfamilienministerin Franziska Giffey (SPD) den Start der Auszahlungen voraussichtlich ab 10. Dezember an. Thüringen erhält aus dem Paket bis 2022 rund 142 Millionen Euro. Über die Verwendung der Gelder entscheiden die Länder in Eigenregie. Neben der Beitragsfreiheit will Thüringen einen Teil der Gelder auch für das im August gestartete Pilotprojekt für eine praxisintegrierte Erzieher-Ausbildung verwenden, das im laufenden ersten Jahr noch vollständig vom Bund gefördert wird. Dabei werden insgesamt 120 künftige Erzieher in nur drei Jahren in den Beruf geführt. Angesichts des großen Fachkräftebedarfs müsse diese Ausbildung flächendeckend verstetigt werden, fordert der Paritätische. Um den empfohlenen Betreuungsschlüssel zu erreichen, braucht Thüringen in den kommenden Jahren rund 8000 Fachkräfte zusätzlich.

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