Ramelow gegen voreilige Lockerung von Beschränkungen

Erfurt.  Thüringens Ministerpräsident Bodo Ramelow (Linke) ist gegen eine voreilige Lockerung der Alltagsbeschränkungen und warnt davor, die Corona-Krise nur aus wirtschaftlicher Sicht zu betrachten.

Thüringens Ministerpräsident Bodo Ramelow (Linke).

Thüringens Ministerpräsident Bodo Ramelow (Linke).

Foto: Sascha Fromm

Ministerpräsident Bodo Ramelow (Linke) warnt davor, in der Corona-Krise bereits über Lockerungen der Alltagsbeschränkungen zu diskutieren. „Davon halte ich zum jetzigen Zeitpunkt gar nichts“, sagte er dieser Zeitung. Am 16. April würden die Regierungschefs der Länder das weitere Vorgehen beraten. „So viel Zeit brauchen wir, um abschätzen zu können, ob unsere Maßnahmen Erfolg haben“, sagte Ramelow. Alle aktuellen Entwicklungen im kostenlosen Corona-Liveblog.

Der Ministerpräsident warnte davor, die Krise einzig aus wirtschaftlicher Sicht zu betrachten. Es gehe darum, möglichst viele Menschen am Leben zu erhalten und ihnen alles an medizinischer Versorgung zukommen zu lassen. „Das kann man nicht einfach ökonomisch abtun. Erst wenn die Zahl der Genesenen dauerhaft die Zahl der täglich Neuinfizierten übersteigt und wir die gekaufte Zeit gut nutzen konnten, um die Notfallzentren im ganzen Land aufzubauen, dann sind wir gewappnet“, so Ramelow.

Die Zahl der Intensivtherapiebetten liegt einem Sprecher des Gesundheitsministeriums zufolge im Vergleich zum Vortag unverändert bei 517. Unterdessen ist die Zahl der Coronavirus-Infizierten mit einem schweren Krankheitsverlauf auf zehn gestiegen. Das sind drei mehr als am Tag zuvor. Auch die Zahl der Infizierten stieg nach Angaben der Staatskanzlei seit gestern um 25 auf 761. Da die Gesundheitsämter an Wochenenden mit weniger Personal besetzt sind, sei es möglich, dass noch Fälle nachgemeldet würden, hieß es.

Bislang wird der Tod von fünf Menschen in Thüringen mit dem Coronavirus in Zusammenhang gebracht. 210 Menschen gelten als wieder genesen. Mit 130 gibt es die mit Abstand meisten Coronavirus-Fälle im Landkreis Greiz, gefolgt von Jena mit 101 Fällen.

In der Notbetreuung an den Schulen des Freistaats befanden sich am Montag 748 Schüler.

Verbraucherschutzminister Dirk Adams (Grüne) zeigte sich besorgt über die zunehmende Geschäftemacherei mit der Corona-Pandemie: „Die Nachrichten über Betrugs- und Täuschungsversuche häufen sich.“