Ramelow spricht sich für baldige Ladenöffnung aus

Erfurt.  Der Ministerpräsident stellt eine teilweise Aufhebung der Einschränkungen in Aussicht.

Ramelow spricht sich für eine vollständige Öffnung aller Geschäfte aus. Derzeit sind viele Läden, wie hier in Erfurt, geschlossen.

Ramelow spricht sich für eine vollständige Öffnung aller Geschäfte aus. Derzeit sind viele Läden, wie hier in Erfurt, geschlossen.

Foto: Marco Schmidt

Vor den Beratungen von Bund und Ländern über die Corona-Krise an diesem Mittwoch hat Thüringens Ministerpräsident Bodo Ramelow (Linke) eine teilweise Aufhebung der Einschränkungen in Aussicht gestellt. „Wenn die Abstands- und Hygieneregeln gewährleistet sind, und zwar vom ersten Tag an, bin ich für eine vollständige Öffnung aller Geschäfte“, sagte er dieser Zeitung. Dies müsse dann aber streng kontrolliert werden.

Ramelow kündigte an, dass die Schulen nur schrittweise und „nach einer gewissen Vorbereitungszeit“ geöffnet werden können. Er sehe hier einen Vorrang bei Prüfungsklassen. Der Ministerpräsident sprach sich auch dafür aus, das Versammlungsverbot zu lockern. Die Menschen müssten für ihre Überzeugungen demonstrieren können, ohne dass es zu gegenseitigem Kontakt komme, sagte er. Auch wolle er mit den Kirchen darüber reden, „wie wir Gottesdienste unter den neuen Bedingungen so durchführen, dass der nötige Abstand gewährleistet ist“. Ramelow bekräftigte gleichzeitig, dass es „kein Zurück“ in den Zustand vor Ausbruch der Corona-Pandemie gebe. Bis ein Impfstoff verfügbar sei, müsse man mit einer neuen Realität zurechtkommen, sagte er.

Bestellsystem mit Kontaktdokumentation empfohlen

Die Thüringer Handwerkskammern forderten, „zeitnah ab dem 20. April“ Friseure und Kosmetikstudios unter Beachtung strenger Hygienevorschriften wie Mund-Nasen-Schutz öffnen zu lassen. Dabei werde ein Bestellsystem mit Kontaktdokumentation empfohlen, um mögliche Infektionswege nachvollziehen zu können. Auch Handwerkern mit Ladengeschäften wie Schuhmachern oder Autohäusern müsse „eine vollständige Öffnung“ ermöglicht werden, hieß es in einer Mitteilung.

Das Landeskabinett beriet am Dienstag über ein Hilfspaket in Höhe von 430 Millionen Euro, um die Folgen der Corona-Krise abzufedern. Der Landtag soll in einem Monat darüber entscheiden.

Ramelow: „Wir müssen mit einer neuen Realität zurechtkommen“

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