Sachsen will Prüfungen - Ramelow: Schüler und Lehrer nicht gefährden

Berlin.  In Sachsen sollen die Schulen nach Angaben von Ministerpräsident Kretschmer ab kommender Woche mit dem Wiedereinstieg beginnen. Ramelow hat Vorbehalte gegenüber einer schnellen Schulöffnung.

Einige Ministerpräsidenten zeigten sich vor der Konferenz zurückhaltend, so Thüringens Regierungschef Bodo Ramelow (r.). Für Sachsens Ministerpräsidenten Michael Kretschmer (l.) hängt das weitere Vorgehen vom Verhalten der Bevölkerung ab.

Einige Ministerpräsidenten zeigten sich vor der Konferenz zurückhaltend, so Thüringens Regierungschef Bodo Ramelow (r.). Für Sachsens Ministerpräsidenten Michael Kretschmer (l.) hängt das weitere Vorgehen vom Verhalten der Bevölkerung ab.

Foto: Martin Schutt/dpa (Archivfoto)

Der sächsische Ministerpräsident Michael Kretschmer hat sich dafür ausgesprochen, wichtige Schulprüfungen auch in der Corona-Krise abzuhalten. „Wir wollen alle nicht, dass in zehn, in zwanzig, in dreißig Jahren noch Menschen gefragt werden: ‘Sie sind also der Jahrgang damals, der ein Not-Abitur gemacht hat?’“, sagte der CDU-Politiker am Mittwoch im ARD-„Morgenmagazin“. Alle aktuellen Entwicklungen im kostenlosen Corona-Liveblog.

Eine Priorität sei, dass beispielsweise Gesellen-, Hauptschul- sowie Abiturprüfungen abgelegt werden könnten - „und das in einem regulären Verfahren“, betonte Kretschmer vor den Beratungen zwischen Kanzlerin Angela Merkel (CDU) und den Ministerpräsidenten, die am Nachmittag stattfinden sollen. Die Deutschen hätten in den vergangenen Wochen diszipliniert und solidarisch die auferlegten Beschränkungen befolgt. „Das gibt uns jetzt auch die Möglichkeit, darüber zu sprechen, welche Lockerungen es geben kann.“

Ramelow: Infektionswege nicht leichtfertig in Kauf nehmen

Aus Sicht des thüringischen Ministerpräsidenten Bodo Ramelow (Linke) sind Schulöffnungen erst dann denkbar, wenn ausreichend Schutzvorkehrungen für Schüler und Lehrer getroffen sind. „Wir haben Lehrerinnen und Lehrer, die in Altersklassen sind, die gefährdet sind“, sagte Ramelow im „Deutschlandfunk“. „Wir haben Kinder, die aus Elternhäusern kommen, wo auch die ältere Generation noch mit in der Familie, mit im Haus lebt.“ Infektionswege dürften „nicht leichtfertig in Kauf genommen werden“.

Mit der Frage nach einem konkreten Datum für Schulöffnungen sei wohl die Hoffnung verbunden, die Situation könne wieder so werden wie Mitte März, sagte Ramelow. „Aber so wird es nicht mehr. Nie mehr.“

Auch Brandenburgs Regierungschef Dietmar Woidke (SPD) zeigte sich zurückhaltend. „Vielleicht können wir in einigen Wochen mit kleineren Gruppen von Schülern beginnen“, sagte er im RBB-Inforadio. Schulen könnten als soziale Räume eine große Infektionsgefahr darstellen. Für eine Wiedereröffnung seien deshalb scharfe Hygieneregeln nötig.

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