Sarrazin in Erfurt: Ahmadiyya-Vertreter in Podiumsdiskussion dabei

Erfurt  Auf Einladung des Thüringer SPD-Landtagsabgeordneten Oskar Helmerich diskutierte Thilo Sarrazin am Mittwochabend im Parksaal des Erfurter Steigerwaldstadions. Nachdem eine Vertreterin der Ahmadiyya-Gemeinde kurz vor Beginn ausgeladen wurde, bat sie Sarrazin dann doch mit auf die Bühne.

Thilo Sarrazin (li., SPD), ehemaliger Berliner Finanzsenator, spricht in einem Saal des Steigerwaldstadions auf dem Podium. Zu Diskussion und Lesung hatte ihn SPD-Landtagsabgeordneten Oskar Helmerich (2.v.l) eingeladen. Foto: Martin Schutt/dpa

Thilo Sarrazin (li., SPD), ehemaliger Berliner Finanzsenator, spricht in einem Saal des Steigerwaldstadions auf dem Podium. Zu Diskussion und Lesung hatte ihn SPD-Landtagsabgeordneten Oskar Helmerich (2.v.l) eingeladen. Foto: Martin Schutt/dpa

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Aufregung um die Teilnehmerliste zur Diskussionsrunde mit Thilo Sarrazin gab es Mittwochabend in Erfurt. Doch schließlich bat der Schriftsteller sowohl Khola Maryam Hübsch von der muslimischen Ahmadiyya-Gemeinde in Frankfurt als auch Suleman Malik, Sprecher der Ahmadiyya-Gemeinde in Erfurt, zu sich auf die Bühne.

Khola Maryam Hübsch trat in Vertretung des Vorsitzenden der Ahmadiyya-Deutschland, Abdullah Wagishauser, auf. Kurz vor Beginn der Veranstaltung im Parksaal des Steigerwaldstadions wurde sie jedoch zunächst ausgeladen. Der Verlag von Sarrazin habe ein Podiumsgespräch mit Frau Hübsch abgelehnt, sagte Suleman Malik, Sprecher der Ahmadiyya-Gemeinde in Erfurt.

Die Diskussion mit Sarrazin erfolgt auf Einladung des SPD-Landtagsabgeordneten Oskar Helmerich, der früher Mitglied der AfD gewesen ist. Dies hatte heftige Diskussionen in der SPD ausgelöst.

Helmerichs Büroleiter erläuterte vor Beginn des Sarrazin-Auftritts: Die Journalistin Khola Hübsch sei als Ehrengast angemeldet gewesen und habe im Vorfeld auch eine Ehrengastkarte erhalten. Oskar Helmerich hätte kein Problem mit Frau Hübsch auf dem Podium gehabt. Aber Thilo Sarrazin habe das mit der Begründung abgelehnt, er bereite sich akribisch auch auf die Mitdiskutanten vor. Das sei bei dem „Überraschungsgast Frau Hübsch“ leider nicht möglich gewesen.

Außerdem sei es unüblich, dass bei einer Podiumsdiskussion zwei Vertreter ein und derselben Organisation auf dem Podium säßen. Im Laufe der Veranstaltung wurden beide Ahmadiyya-Vertreter auf die Bühne gebeten. Zuvor hatten sie in der ersten Reihe im Publikum Platz genommen.

Ein Bericht des Abends folgt.

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