Schiefer Turm wird offiziell Eigentum von Bad Frankenhausen

Die Evangelische Kirche in Mitteldeutschland übergibt den Kirchturm der Stadt Bad Frankenhausen für einen Euro. Bürgermeister Matthias Strejc freut sich über dieses "wunderbare Weihnachtsgeschenk".

Der Kirchturm von Bad Frankenhausen gilt als höchster schiefer Kirchturm der Welt. Foto: Peter Riecke

Der Kirchturm von Bad Frankenhausen gilt als höchster schiefer Kirchturm der Welt. Foto: Peter Riecke

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Bad Frankenhausen. Die Stadt Bad Frankenhausen macht den nächsten Schritt bei ihrem Rettungskonzept für den schiefen Kirchturm. Am Donnerstag wechselt der Turm offiziell in den Besitz der Stadt, wie die Kommune am Mittwoch mitteilte. Nach einem Notartermin am Morgen wird die Stadt den Turm von der Landeskirche übernehmen.

Beim offiziellen Übergabe-Termin am Nachmittag (14.30 Uhr) wird den Angaben zufolge auch der Frankenhäuser Frauenchor auftreten. Pfarrerin Magdalena Seifert übergibt den Schlüssel und erhält im Gegenzug den symbolischen Kaufpreis von einem Euro.

Mit der Übernahme erhalte die Stadt die Chance, mit dem Turm auch "zukünftig touristisch weiter Akzente" zu setzen, sagte Bürgermeister Matthias Strejc (SPD). "Für das nächste Jahr haben wir große Pläne und sind voller Optimismus, diese auch umzusetzen." Erste Sicherungsmaßnahmen würden bereits Anfang 2012 umgesetzt werden. Das sei alles in allem ein "wunderbares Weihnachtsgeschenk", zwei Tage vor Heiligabend.

Der 56 Meter hohe Kirchturm von Bad Frankenhausen gilt mit einer Neigung von 4,60 Metern als höchster schiefer Kirchturm der Welt. Laut Evangelischer Landeskirche neigt er sich pro Jahr um weitere sechs Zentimeter.

Stadt will weiterhin Geld zur Rettung einwerben

Zu Monatsbeginn hatte der Stadtrat beschlossen, den Turm für einen symbolischen Euro vom Besitzer - der Evangelischen Kirche in Mitteldeutschland (EKM) - abzukaufen. Dafür überlässt die EKM der Kommune 150.000 Euro, die für den Abriss des Turms eingeplant waren. Zusätzlich stellen der Stadtrat und der Förderverein je 50.000 Euro bereit. Für die gesamten Kosten der Stabilisierung des Turmes von 800.000 Euro will die Stadt weiter um Spenden werben.

Die Stadt sammelt seit Monaten Geld für den Erhalt des Turmes. Da sie aus eigener Kraft den Erhalt des Gebäudes nicht finanzieren kann, muss der Turm 2014 abgerissen werden, falls die Sanierungskosten nicht aufgebracht werden können.

Die thüringische Landesregierung hatte bereits im November eine finanzielle Beteiligung an dem Projekt ausgeschlossen, weil es sowohl für die Instandsetzung als auch für die touristische Nutzung keine schlüssigen Konzepte gebe.

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