Schloss Reinhardsbrunn ist enteignet

Friedrichroda  Das im Kreis Gotha gelegene Schloss Reinhardsbrunn ist jetzt enteignet worden. Heute ging der 37 Seite dicke Beschluss in der Staatskanzlei ein.

Außenansicht von Schloss Reinhardsbrunn in Friedrichroda (Landkreis Gotha). Archivfoto: Marco Kneise

Außenansicht von Schloss Reinhardsbrunn in Friedrichroda (Landkreis Gotha). Archivfoto: Marco Kneise

Foto: Marco Kneise

Der Freistaat Thüringen hatte die Enteignung betrieben, nachdem die für die Landessgeschichte bedeutsame Immobilie über viele Jahre zusehends verfiel und sich die Eigentümer nicht um das Schloss bei Friedrichroda kümmerten.

Der vom Landesverwaltungsamt jetzt ausgefertigte Enteignungsbeschluss sieht vor, dass der Freistaat Thüringen innerhalb eines Jahres Maßnahmen zur Sicherung beginnen muss. Allein dafür sind bereits 1,5 Millionen Euro vom Land zurückgelegt worden. Der Beschluss erging, wie unsere Zeitung aus der Staatskanzlei erfuhr, „ohne sonstige Lasten oder weitere Auflagen“. Ministerpräsident Bodo Ramelow (Linke) hatte das Problem bereits vor seiner Regierungszeit ins Visier genommen, gemeinsam mit der damaligen Ministerpräsidentin Christine Lieberknecht (CDU). Rot-Rot-Grün beschloss dann 2016, das Enteignungsverfahren anzugehen.

Video: Blick ins Schloss Reinhardsbrunn

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Bei den Kosten, die bei einer Sanierung des Schlosses fällig werden, gehen die Zahlen weit auseinander: Während Ramelow jüngst von 20 bis 30 Millionen Euro sprach, hieß es aus der mittleren Verwaltung, es könnten bis zu 40 Millionen Euro nötig sein, um die von einem großen Park umgebebene Immobilie zu ertüchtigen und nutzbar zu machen.

Rettung von Schloss Reinhardsbrunn kostet bis zu 40 Millionen Euro

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