Schulen sollen so lange wie möglich offen bleiben

Erfurt.  Thüringens Bildungsminister Helmut Holter sieht keine schnelle Ausstattung von Klassenräumen mit Luftfiltern.

Helmut Holter, Minister für Bildung, Jugend und Sport in Thüringen. Foto:

Helmut Holter, Minister für Bildung, Jugend und Sport in Thüringen. Foto:

Foto: Eckhard Jüngel

Thüringens Bildungsminister Helmut Holter (Linke) hat sich verhalten zum Thema Luftfilter in Klassenräumen geäußert. Notwendige technische Beschaffenheit und Effekt seien nicht abschließend geklärt und im Freistaat seien bislang keine finanziellen Mittel eingeplant. Alle aktuellen Entwicklungen im kostenlosen Corona-Liveblog

Räume, die sich nicht lüften ließen, müssten natürlich technisch umgerüstet werden, doch das werde nicht von heute auf morgen erfolgen, so der Minister im „Talk am Anger“. Unter anderem wäre die Anschaffung solcher Geräte durch die Schulträger an Ausschreibungsverfahren gebunden, die dauern.

Die Vorsitzende der Bildungsgewerkschaft GEW in Thüringen, Kathrin Vitzthum, befürchtet mit Blick auf das anstehende kalte Wetter eine Zunahme der gesundheitlichen Belastungen, wenn weiterhin nur auf Lüften gesetzt wird.

Ampelsystem möglicherweise in verschärfter Form

Der Minister betonte die Prämisse, Schulen so lange wie möglich offen zu halten. Die bisherigen Erfahrungen hätten gezeigt, dass Schulen keine Ansteckungsherde sind.

Mit dem Ampelsystem könnten Schulen gut auf regionale Entwicklungen reagieren, man werde auch nach den Herbstferien daran festhalten, möglicherweise in verschärfter Form.

Sollten Infektionszahlen weiter steigen, könnten Lehrer mit Risikomerkmalen vom Präsenzunterricht befreit werden, auch wenn für die Schule noch die Phase „Grün“, also der Regelbetrieb herrscht. Das gelte auch für betroffene Schüler. Man müsse mit Sorgfalt den Schutz der Gesundheit und das Recht auf Bildung abwägen.

Das Gesprächsformat befasst sich in seiner heutigen Ausgabe mit den Folgen der Corona-Epidemie für Schulen, darunter mittelfristigen Herausforderungen. Der Bildungsminister äußerte sich optimistisch, dass trotz anderslautender Signale aus dem Finanzressort angesichts pandemiebedingter Mehrausgaben, die lang erwartete Gehaltshochstufung für Grundschullehrer im neuen Haushalt bewilligt wird. Es gebe unter den Angeordneten dazu eine große Bereitschaft.