Sechs Millionen Euro für Stasi-Akten-Rekonstruktion

Berlin. Ein Haushaltsausschuss des Bundestages bewilligt sechs Millionen Euro für die Akten-Rekonstruktion.

Vorsortierte Papierschnipsel liegen im Gebäude des früheren Stasi-Archivs in Berlin. Foto: dpa

Vorsortierte Papierschnipsel liegen im Gebäude des früheren Stasi-Archivs in Berlin. Foto: dpa

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Die Schnipselmaschine hat die allseits gefürchtete Haushaltsbereinigungssitzung des entsprechenden Ausschusses im Bundestag locker überstanden.

Zwei Millionen Euro bekommt das Berliner Fraunhoferinstitut für die Weiterentwicklung jenes Projektes, mit dem automatisch die zerfetzten Überreste der Stasi-Akten aus 16.000 Säcken wieder zusammensetzt werden. In den beiden folgenden Haushaltsjahren werden die Forscher und Techniker noch einmal dieselbe Summe erhalten. Sonst wären die zuvor gezahlten Gelder final aus dem Fenster geworfen.

Der Thüringer Roland Jahn, Chef der Stasi-Unterlagenbehörde des Bundes, zu unserer Zeitung: "Ich freue mich, dass der Deutsche Bundestag mit seiner Entscheidung unterstützt, dass nicht die Staatssicherheit letztendlich bestimmt, was Bürger, Forscher und Journalisten an Stasi-Unterlagen nutzen können. Es ist für die Betroffenen ein wichtiges Signal, dass auch an dieser Stelle die Aufarbeitung anhand von Stasi-Unterlagen ernst genommen wird."

Es geht jetzt darum, mit einem Hochleistungsscanner mindestens zwei "Fließbänder" zu in-stallieren, die pro Jahr Schnipsel aus mindestens 313 Säcken wieder zusammenpuzzeln.

Das begrüßt natürlich auch der Thüringer CDU-Abgeordnete Tankred Schipanski. Als Mitglied des Forschungsausschusses sieht er für diese Technologie auch eine wirtschaftliche Zukunft. Selbst das FBI habe schon transatlantisches Interesse signalisiert und auch die hiesigen Ermittlungsbehörden wären froh, wenn sie das Schnipselerbe der organisierten Kriminalität schnell wieder zusammensetzen könnten.

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